12lernt, und wiederholt, und schwitzt, und sucht sichfür die Trockenheit seines Geschäfts, wo möglich,wenigstens dadurch zu entschädigen, daß er denGeſang luſtig herleiert, und — nun iſt er fertig.Er betet ihn, wie ein Papagei, gedankenlos undempfindungslos her, und kaum ist es geschehen;so läuft er fort, und reibt nun durch desto ausge-lassenere Freude das Gefühl des erduldeten Zwan-ges ab, und nach zwei, drei Tagen ist vielleichtauch keine Spur mehr von dem Gesange in seinemGedächtnisse zurück.O mein Freund! Ist das der Weg, ihn dazuanzuführen, daß er die Schule als den Uebungs-platz seines Verstandes und seiner edlern Empfind-samkeit, und den Lehrer als den besten Freund sei-nerJugendjahre, als den Nährer seines Geistesund Herzens, wo nicht denken, doch liebenlerne?Hier vor mir steht eine Sanduhr. Sie istbeſtimmt, den Fortgang der Zeit anzugeben: undeben so ist der Mensch bestimmt zum Denken undfeinern Empfinden. Indem nun aber die Sand-uhr Stunden anzeigt, läuft auch der Sand in die-ses untere Behältnißglas ab; so, wie die Begriffe,die
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1 (1790)
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