Druckschrift 
1 (1790)
Seite
100
Einzelbild herunterladen
 

100kannt werden. Man muß vielmehr (unddies hat unstreitig auch hernach noch seinenwichtigen Nutzen) sie zeitig dazu anführen,ihre Pflichten auch ohne Rücksicht auf Erkennt-lichkeit zu erfüllen, und ihre Hauptbelohnungmuß man sie immer in den natürlichen Vor-theilen suchen lehren, welche der Fleiß schonan sich selbst ihnen gewähren kann. Dennsolche willkührliche Belohnungen könnenzwar Antriebe zur Beschäftigung seyn; abersie machen denn doch die Beschäftigung selbstnicht zum Vergnügen, sondern lassen immerden Wunsch zurück, mit dem Geschäft zu Endezu seyn, um nur die Belohnung geniessen zukönnen. Und dies leitet zu offenbarem Eigen-nutze. Nein! Prämien sollen nicht auf ein-zelne, bestimmte Proben des Fleißes, nichtauf einzelne lobenswürdige Handlungen derKinder, sondern vielmehr auf ihren Fleiß undihr Betragen überhaupt folgen, und aufden Fleiß soll dabei noch weniger Rücksicht ge-nommen werden, als auf das Betragen, weiljener oft nur auf natürlichen Anlagen beruht,die man bei jedem Kinde nicht voraussetzendarf. Und dann sollen Eltern sowohl als Leh-rer ihre Geschenke ihnen als Wiedervergeb-tung