Druckschrift 
1 (1790)
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58gen, wenn alles durch Furcht hervorgezwun-gen würde? Nehmen Sie dieses zwangmäßigePrincipium weg versetzen Sie die Kinder in ei-ne Lage, wo sie mehr sich selbst überlassen, alsvon Ihnen abhängig ſind, und Fleiß und Tu-gend und ſittliches Betragen ſind auch dahin!Aber freilich es ist leichter, Furcht einzu-jagen, als sich Liebe und Zutrauen zu erwerben,und sich doch dabei immer noch in Ansehen zu er-halten. Und vielleicht deswegen allein wird die-ſes Mittel ſo oft unter die Nothwendigkeiten beimSchulunterrichte gerechnet. Man geht oft seinenGang maschinenmäßig fort, sucht sein ganzesAnsehen auf einen birkenen Zepter zu gründen;und bedenkt es nicht, daß dadurch die Schule dieForm eines Gefängnisses, und der Lehrer selbstdie Gestalt eines Feindes der Freiheit, der Be-quemlichkeit und des Vergnügens bekommt.Sie würden indeß doch meine Behauptungenmißdeuten, wenn Sie glauben wollten, der nö-thige Gehorsam der Kinder werde durch sie auf-gehoben. O nein! Man kann ja auch deswe-gen jemanden gehorchen, weil man Liebe und Zu-trauen zu ihm hat, und eben hierin liegt ja sogardas