18So kollidirten also die Begriffe, welche sowohldie Eltern als die Lehrer von ihrer Bestimmunghatten. Die eine Parthei erwartete von der an-dern immer mehr, als sie wirklich leistete, undleisten zu dürfen glaubte. Und was war natür-licher, als daß die Kinder unsäglich viel dabeiverlieren musten?Hätte man sich nicht billig an die zahllosenErfahrungen erinnern sollen, nach denen die Kin-der allemal mit ungleich größerer Bereitwilligkeitdie ersten Belehrungen aus dem Munde ihrer lie-bevollen Eltern annehmen, als aus dem Mundeeines Mannes, dessen Gesinnungen gegen sie ih-nen noch unbekannt sind? Und würde es nichtalso sehr vortheilhaft gewesen seyn, wenn gutge-ſinnte Eltern ihre Nebenſtunden zuweilen dem er-sten Unterricht ihrer lieben Kleinen aufgeopfert,und dadurch dem künftigen Lehrer derselben denEintritt in seine Laufbahn eröffnet hätten? *)IchMan hat schon eine „Lesefibel für Kinder solcher El-tern, die sich mit dem ersten Unterricht auch gernselbst beschäftigen, von F. D. D. Ulrich. Hamburg1787, 8." Indessen scheint doch der Umstand, daß dieEltern hier Lehrer zugleich sind, eben keine eigne Lehr-bücher nöthig zu machen. Ausserdem sehe man, wasAnm. d. Herausg.gleich nachher gesagt wird.
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1 (1790)
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18
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