Druckschrift 
1 (1790)
Seite
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Die Lehrer glaubten an der Erziehung ihrerZöglinge nur einen sehr geringen Antheil nehmenzu dürfen. Ihr ganzes Geschäft war, ihnen ge-wisse Kenntnisse beizubringen, und übrigens such-ten sie den Willen und die Triebe derselben nur inso fern zu lenken, und ihre Sitten nur in so fernzu verbessern, in wie fern sie durch Vernachläßi-gung in diesem Stücke entweder sich selbst Lastund Unannehmlichkeit verursacht, oder doch ihreSchule von keiner rühmlichen Seite dargestellt,und mithin die Anzahl ihrer Schüler und Schüle-rinnen vermindert haben würden.Die Aufmerksamkeit der Eltern aber, wenig-stens die der Mütter, unter deren Händen alleindie Kinder in den ersten Zeiten ihres Daseyns zuleben pflegen, erstreckte sich oft nur über ihrenKörper. Diesen zu nähren, zu warten, und ge-sund zu erhalten das hielten sie für den größ-ten, wesentlichsten Theil des Gesetzbuchs für El-tern. Für die Seele, glaubten sie, würden ihrekünftigen Lehrer schon zu sorgen wissen, unddas Herz dessen Bildung überließen sie oft nurdem Zufalle, oder der Macht ihres Beiſpiels,oder auswendig gelernten Gebetsformeln, oderebenfalls wieder den Lehrern und ihrem Unter-richt.SoB.