Druckschrift 
Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
Seite
548
Einzelbild herunterladen
 

5 48 Allgemeines.

sie als Kupferstiche vor und wurden unten auf die Ur-kunde aufgeklebt; die letztere Art ist es, die oft als Ex-libris benutzt wurde. Diese Notariatssignete, kleineOktavblättchen, im Aussehen allegorischen Exlibris des18. Jahrhunderts sehr ähnlich, enthalten meist symbolischeMotive, deren Inhalt sich auf den juristischen Beruf desSignet-Führers beziehen, wie Figuren der Themis oderJustitia, Gesetzestafeln und -Bücher, Urkunden, Waagen,Schwerter, Altäre und Tische mit Gesetzbuch, Be-ziehungen auf die Linde, den alten deutschen Gerichts-baum, u. s. w.; doch auch sonstige Allegorien, Landschafts-bildchen, Hoffnungsanker, Palmbäume, Weinstöcke, Kro-nen, geschmackvolle und geschmackarme, schwülstigeSinnbilder, lateinische Sprüche und stets der Name undTitel; die oft vorkommenden BuchstabenabkürzungenN. C. P. J. und N. A. bedeuten Notarius CaesareusPublicus Juratus und Notarius Apostolicus.

Als Beispiel ist (S. 54g) das als Exlibris benützt ge-wesene Notariatssignet W. M., Bayern, 16 . ., abgebildet;J. V. D. = Juris utriusque doctor; Spruch und Darstel-lung besagen, dass Gesetz und Schwert die Welt regieren.

Im 18. Jahrhundert liebte man es auch, wenn mankein besonderes Exlibris besass, Visitenkarten*) an Stelleder Exlibris in Bücher zu kleben; dies lag ebenfallssehr nahe, da die Visitenkarten**) jener Zeit oft mitZierleisten, ornamentalen Umrahmungen, Laubgewinden,Blumenranken, Amoretten, Figuren, kleinen Allegorien,Landschäftchen, I'arks, Ruinen, Trophäen, Greifen,Sphinxen, Säulen, Vasen, kurz: Künstlerisch geschmücktund oft sorgfältig in Kupfer gestochen waren. So man-

*) Vgl. E. L. '/.. VIII. 109-112.**) Es giebt auch hievon Sammlungen.