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Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
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382
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374 Allgemeines.

in den zahlreichen farbigen deutschen Exlibris; hat dochder Deutsche eine besondere Vorliebe für Farbe undfarbigen Schmuck, wie die vielen deutschen Trachten,bemalten Häuserfacaden, Innendekorationen etc. beweisen.In keinem anderen Lande stossen wir auf so viele Bib-liothekzeichen, die bunten Schmuck tragen, wenn sieauch vereinzelt immerhin auch auswärts vorkommen.Im 15. und 16. Jahrhundert wurde der Holzschnitt mitder Hand bemalt, in der Neuzeit hat man den Stein-und Farbendruck; es ist nicht zu leugnen, dass das Ge-sammtbild durch die bunte Darstellung gewinnt und,falls die Töne nicht zu grell sind, das kleine Blatt imBuche einen freundlicheren, einen farbenfrohen Eindruckmacht, der das oft weisse innere Deckel- oder Vorsatz-papier angenehm belebt.

Das Wiederaufblühen der Exlibris-Sitte nach 1871ist, wie erwähnt, in erster Linie auf die Wiederaufnahmealter Gebräuche und das Neuaufleben deutscher Kunstzurückzuführen; allein nicht minder auch auf die regelitterarische Thätigkeit in Wort und Bild, die in grösserenExlibris-Werken, in kleineren Exlibris-Künstler-Monogra-phien und in zahlreichen Exlibris-Artikeln in Fachzeit-schriften und in der Tagespresse ganz Deutschlands undOesterreichs Ausdruck fand.

Die allererste litterarische Anregung über Bibliothek-seichen im ig. Jahrhundert brachte, wie oben S. 357angegeben, Heinrich Lemperte d.Ae., Köln, c. 1853,in seinen»Bilderheften zur Geschichte des deutschen Buchhandels«,1853- 65. Ihm folgten im Auslande Maurice Tourneuxmit einem Artikel über die Exlibris-Sammlung AglaiisBouvenne im »Amateur d'autographes«, April 1872, dannA. Poulet-Malassis mit seinem trefflichen Buche »Les