Neuzeit, 1871—1900. 2>7?i
geburt der Kunst, alle Arten von Techniken und dieFortschritte in den Herstellungsarten und Verfahren.
Letztere sind im Gegensatz zu früher in unserenTagen äusserst vielseitig; der alte, beliebte Holzschnitt,sowie Kupferstich und Radierung — diese beiden ein-zeln oder mit einander vermischt — blühen erfreulicher-weise noch immer; zwischen 1871 und 1890 sind ge-stochene oder radierte Exlibris noch vereinzelt; in letzterZeit aber, als eine Folge zahlreicher Kadier vereine undder dadurch hervorgerufenen öfteren und fleissigerenBeschäftigung mit der Radiernadel finden wir wiedereine reiche Zahl von gestochenen und radierten Exlibrisin Deutschland, weniger noch in Oesterreich.
Redeutende Rivalen sind dem Stich und der Radie-rung im Steindruck und in der Zinkätzung (Photogra-phie, Zinkcliche) entstanden. Heide Verfahren habenden Vorzug grösserer Billigkeit gegenüber der müh-seligeren, langwierigeren und teureren Nadelarbeit inKupfer; ausserdem lieben es jetzt viele Künstler, dieUebertragung ihrer Zeichnung auf den Stein selbst aus-zuführen, um ihre Arbeiten originell und individuell zuerhalten und sie nicht durch nicht so künstlerische, leichtanders empfindende Handwerkshände beeinflussen undbeeinträchtigen zu lassen.
Dass die Photographie und deren Uebertragung aufdas Zinkcliche die Originalzeichnung jedenfalls getreuwiedergiebt, ist einleuchtend; schädlich können hiebeinur etwa die Ausführung der Originalzeichnung in zukleinem Format oder die nicht genügende sog. Zurich-tung der Cliches seitens des Druckers wirken.
Eine ganz besonders deutsche liigenart in derältesten wie nun wieder in der neuesten Zeit finden wir