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Vorbilder unbekannt waren; zweckdienliche Museen gabes fast noch nirgends, oder sie wurden vom Volke odervom Zeichner und Handwerker noch nicht besucht;unsere zahlreichen modernen Lehr- und Musterbücherwaren auch noch nicht vorhanden, und so schuf diePhantasie jeden »Meisters« sich selbst Formen, die eszuvor nie gegeben hat und die daher dem Gebildetenund Wissenden von heute so abschreckend hässlich er-scheinen.
Was die nichtheraldischen Exlibris dieser Periodemit allegorischen Motiven anbelangt, deren Zahl keinesehr grosse ist, so wirkte der geringe Geschmack der Zeitnatürlich auch auf deren Komposition. Die Figurenhaben etwas unendlich Weichliches, die Symbolik istgesucht, die Darstellung nüchtern und zu einfach, —kurz, allgemein ist ein Rückgang bemerkbar. Währendin früheren Zeiten schlechte Blätter die Ausnahme bil-deten, sind nun die guten in der Minderzahl, und diehatte unschön zu nennenden bilden die Regel; doch wardies in anderen Ländern durchschnittlich ebenso.
Ueber die typographischen Exlibris dieser Zeit istnur wenig zu sagen, trotzdem sie vielfach im Gebrauchewaren; sie zeigen längere Inschriften oder nur Namenund sind vorwiegend von einer Zierleiste umgeben.
Die sogen. Stempel kommen auch bereits auf undderen Abdrücke sind ebenso schmucklos, wie oft undeut-lich und unrein.
Trotzdem in dieser Periode noch eine Menge vonStechern die Exlibris-Kleinkunst ausübte, haben nur ver-hältnismässig wenige mit ihren Namen oder Zeichensigniert; wenn auch Sachverständige mitunter den Stecherfeststellen können, ist man doch bei vielen Blättern über