Neuzeit, 19. Jahrhundert bis 1S71. 355
kontingent aller Exlibris dieser Zeit — , so finden wir,dass sich besonders viele »unmögliche« Formen breitmachen, die es nie in Wirklichkeit gegeben hat, inDeutschland, wie in England, von denen z. B. der obenrtVr/spitzige Dreieckschild (late Georgian, Spateshield, dieenglische Pelta), sowie der eisenhutähnliehe Schild (modernoder Die-Sinker) übernommen und nachgeahmt wurden;ebenso das in Wirklichkeit unmögliche In-der-Luft-Schweben des Zimiers (Helmschmucks, Crests); dochfinden sich auch Schilde, die noch etwas an die Formender Renaissance erinnern, ferner vieleckige Schilde ohneUmrollungen der Ecken, eiförmige, runde, dann griechischund römisch angehauchte Schilde und Formen, die sichüberhaupt kaum beschreiben lassen und die nur demGeiste stil- und geschmackloser Zeichner entsprungenwaren.
Auch kamen nunmehr die ebenfalls »unmöglichen«Helme auf, die sich durch wespentaillenähnliche Hälseauszeichnen, während man doch bedenken inuss, dassein Helmträger von unten in den Helm hinein schlupfte,also durch diese nun beliebten engen Helmhälse niehindurchgekommen wäre; die Visiere sind wiederholt so,dass man nimmermehr hätte hindurchsehen können, derfür den Kopf selbst bestimmte Teil wird unsäglich breitund viel zu niedrig. Die Helmdecken sind im allge-meinen noch am besten, arten aber zuweilen in Schnör-kel, gewundene Fäden, Guirlanden oder Zöpfe aus, auchfehlen sie trotz Anwesenheit eines Helmes oft ganz.
Die Kronen sind hie und da reine Erfindungen oderirgend einer ausländischen Form nachgebildet.
Die Gründe für diesen Niedergang in der heraldischenDarstellung sind u. a. darin zu suchen, dass damals gute