Druckschrift 
Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
Seite
354
Einzelbild herunterladen
 

354 Allgemeines.

Auch hier könnte man wiederum die Einteilung inrein heraldische, allegorische und typographische Ex-libris machen, doch verlohnt es sich im allgemeinen nicht,die Unschönheiten dieser Zeit zji eingehend zu behandeln;es genügt der Chronistenpflicht, Einzelnes hervorzuhebenund, da der Charakter der Blätter vielfach ein gleich-gearteter ist, nur einige zu besprechen.

Sind auch in diesem Zeitabschnitt die noch häufigenKupferstiche, einige Stahlstiche und die wenigen, neuaufgekommenen Steindrucke (Lithographien) meist pein-lich sauber und fein ausgeführt, so zeigt doch die Zeich-nung selbst in Motiv und Komposition wenig schöne,nüchterne, sentimentale Bilder, deren Formen fast immereine grosse Steifheit, oft auch übertriebene zu süsseZierlichkeit aufweisen. Dies trifft namentlich auf dieJahre zwischen 1800 und 1850 zu, die zuerst unter derEinwirkung des Empirestils (180020) und der »ßieder-meier«-Periode (Spätzeit des Empire, 182040) stand.Reizlose Einfachheit, Schmucklosigkeit und Bescheiden-heit sind die Hauptcharakteristiken dieser Zeit, denenwir auch auf den Exlibris begegnen. In der Mitte des19. Jahrhunderts erstand der moderne Klassicismus, der,nachdem Renaissance und Barock sich auf römischerKunst aufgebaut hatten, sich nun an griechischer Kunstbildete (Neugriechisch, Neo-Grec); König Ludwig I. vonBayern und Schinkel-Berlin pflegten diesen Stil besonders.

Um 1860 bessern sich die Erzeugnisse der Klein-kunst und somit auch unsere Bibliothekzeichen, um dannin der neudeutschen Zeit nach 1871 wieder mächtigaufzublühen.

Betrachten wir die rcinhcraldischcn Exlibris nach1800 und diese bilden zunächst wiederum das Haupt-