Exlibris von Klöstern u. Geistlichen, 15. — 19. Jahrb. ^}}
Um aber die Würde eines höheren Geistlichen ge-nauer erkennen zu lassen, brachte man auch schon An-fang des 16. Jahrhunderts an Stelle der Helme oderMitren oder oberhalb der letzteren die breitkrämpigenHüte an, wie sie in Wirklichkeit bei besonderen Ge-legenheiten von höheren Geistlichen getragen wurden, unddie sich durch die Anzahl der von ihnen beiderseits herab-hängenden Quasten unterscheiden. Wie oben schon S. 38bemerkt, hat in der Regel (Ausnahmen giebt es beiAllem) der (rote) Kardinalshut unten auf beiden Seitenje 5 (Summa: je 15 rote) Quasten, »Fiocci«, der (grüne)Erzbischofshut je 4 (Summa: je 10 grüne), der (grüne)Bischofshut (auch meist der der apostolischen Proto-notare, hier violett) je 3 (Sa: je 6 grüne). Hat dieseGruppierung auch etwas Einförmiges, so war sie dochein augenfälligeres Erkennungszeichen der Würde desgeistlichen Wappenherrn.
Der der Geistlichkeit gebotenen Demut entspraches zwar nicht, wenn das Gesammtwappen auch noch mit— den auch auf Exlibris vorkommenden stolzen
Wappenmänteln, Wappenzelten, Kronen, die sich aufdie weltliche Würde bezogen, nebst den zugehörigengeistlichen Mitren, Hüten, Stäben, Kreuzen u. s. w. aus-gestattet war; man muss aber dabei an den zeitgemässenPrunk und Glanz geistlicher Höfe denken, der im 17.und besonders im 18. Jahrhundert entfaltet wurde, undmit dem die Kirchenfürsten damab auftreten mussten.
Mit dem Personalwappen wurde häufig in einemSchilde geviert oder in 2 Schilden nebeneinander dasDiöcesanwappen vereinigt; meistens stammten die höhe-ren geistlichen Würdenträger aus altadeligen Familien,deren zweit- und drittgeborene Söhne, mangels der Erb-