Druckschrift 
Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
Seite
332
Einzelbild herunterladen
 

$$2 Allgemeines.

Aus den frühen Zeiten, in denen mancher Kirchen-fürst noch selbst bewehrt in den Kampf zog, blieb esanfangs noch Sitte, dass sogar bei geistlichen Personender Wappenschild noch vom Helme überragt wurde;Theologen, von denen man annehmen kann, dass sienur mit Mund und Feder, aber nie mit Helm und Schildgekämpft haben, führten nach alter Wappensitte getrostden Turnier-, Stech- oder Spangenhelm über dem Schilde.Im 16. Jahrhundert machte man insofern Konzessionenan die Ausdrucksweise des geistlichen Standes, dassman als Zimier einen geistliehen Hinweis anbrachte; soführt das Exlibris Martin von Schaumburg, Fürstbischofvon Eichstätt, c. 1560, über dem vom Bistums- undFamilienwappen gevierten Schild ausser dem Familien-helm noch den Bistumshelm, einen Arm, der einenKrummstab emporhält.

Doch kam bereits Anfang des 16. Jahrhunderts dieSitte auf, an Stelle des alt- und reinritterlichen Helms,die mehr zum Stande passende Mitra über dem Schildanzubringen, oder man setzte neben oder zwischen dieHelme des Familienwappens die Mitra des geistlichenStandes.

Die Bischofs- oder Frzbischofsmitra ist oft sehrkostbar dargestellt und mit Edelsteinen, Feilen, l'ilgcr-muscheln, Stickereien, Heiligenfiguren, Madonnen u. s. w.geziert.

Anstatt der Helme sieht man auch manchmal merk-würdige Stellvertreter, nämlich Totitenschtidel, die auf dieVergänglichkeit des Irdischen hinweisen; als Zimierfindet man hier die Sinnbilder für Zeitlichkeit undFwigkeit, Stundenglas und Schlange, die sich in denSchweif heisst.