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Deutsche und oesterreichische Bibliothekszeichen, Exlibris : ein Handbuch für Sammler, Bücher- und Kunstfreunde
Entstehung
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110
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I IO Allgemeines.

und jeder Siegelverständige wird wissen, dass nach vielenanderen Siegelbeispielen aus der Zeit von 1400—1500die obere Figur nichts anderes ist, als der heilige Moritzals Patron der gen. Augsburger Kirche. Zu alldem kommtnoch hinzu, dass nach von Murr, Journal II. 107, um1407 gar kein Pfarrer dieses Namens bei St. Moritz inAugsburg war, wohl aber 1507, und nach oben ange-gebener Münchener Inkunabel-Quelle der schwarze Siegel-Stempel-Abdruck sich in einem Werke von c. 1475 be-findet.

B. DIE ALTESTEN DATIERTEN EXLIBRIS.

Hier dürfte es an der Zeit sein, die ältesten Da-tierungen auf Exlibris zu erwähnen:

Während die überhaupt ältesten deutschen Exlibrisundatiert um 1470 erscheinen, kommt das älteste fran-zösische Exlibris erst c. 60 Jahre später, 1529, das ältesteenglische erst 100 Jahre später, 1574, vor; Schweden,Holland, Belgien folgen mit Exlibris ebenfalls im 16.,Italien, Spanien und Amerika im 17. und Russland undDänemark im 18. Jahrhundert nach.

Die ältesten datierten Exlibris sind:

Schweiz: 1502. Balthasar Iirennwald, Bischof,

Deutschland: 1516, Hieronymus Ebner,

Frankreich: 1529, Jean liertaud de Latourblanche; bisher 1574,

Ch. Ailleboust d'Autun,England: 1574, Nie. Bacon,Schweden: 1595, Thure Bielke,Holland: 1597, Anna van der Aa,Italien: 1622, Anonym, Cibo ?Amerika: 1679, John Williams.