Über deutsche und englische Heraldik. 25
feststehen, anerkannt sind und so gebraucht werden;hier sei gleich folgendes bemerkt: Rangkronen tretenallgemeiner erst seit etwa 200 Jahren auf; sie dürfennicht mit der alten dreiblättrigen Helmkrone verwechseltwerden, die früher auf den Helmen fürstlicher undadeliger Wappen vorkam; ferner ist es nach deutschenheraldischen Regeln ein Unding, eine moderne, erst 200Jahre alte Rangkrone auf einen alten, 3-, 4- und 5hun-dertjährigen Helm zu setzen, da die Entstehungszeitennicht zusammenpassen; auf einen mittelalterlichen Helmgehört auch nur die alte dreiblättrige Helmkrone, dienicht einen höheren oder einen niedrigeren Adelsrangandeutet, sondern nur besagt, dass der Inhaber diesesgekrönten Helms, wie man früher sagte, »zu Schild undHelm geboren«, also adelig ist. Diese Helmkrone wirdin den Diplomen des 16. und 17. Jahrhunderts nachdem damaligen Kanzleistil fälschlich »Königliche Krone«genannt.
Die deutschen «radeligen Familien führten ursprüng-lich gar keine Helmkrone; erst durch die ^V/adeligenGeschlechter, denen in Diplomen gekrönte Helme ver-liehen wurden, fanden die Helmkronen weitere Ver-breitung. Aus dem Vorhergesagten ergiebt sich vonselbst, dass auf den Helm eines bürgerlichen Wappenseine Krone nicht gehört; man gebraucht hier entwederals Verbindung zwischen Helm und Zimier den Wulstoder lässt die Helmzier direkt aus dem Helm und denDecken emporsteigen.
Der Wulst wird in Deutschland nicht torpedoförmig,wie in England, sondern in Form einer mehrfach ver-schlungenen Tuchbinde gezeichnet. Ebenso entsprichtes guter deutscher Heraldik nicht — obwohl es in der