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4 (1926) Die Gestalt des Deutschen
Entstehung
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Ersatz für die verlorengegangene, dieüberall erkrankte" Sprache und offen-barte so sein Wissen darum, daß eine neue Seele,die richtige Empfindung",sich zuerst in der Sprache verkörpern muß, um fruchtbar zu werden. Er nannteauch die zweite Stufe der Verleiblichung, wenn er dem Glauben Wort lieh,daß die Musik durch die Seele, die sie mit ihrem Rhythmus und ihrer Leiden-schaft erfüllt nachihrer ebenmäßigen Schwester, der Gymnastik", rufe.Aber auch hier verriet er deutlich, daß es nicht die Musik, sondern das Musik-drama Waeners war, das solche Hoffnungen wecken sollte, daß er die Kraftder Dichtung zu Hilfe rufen mußte, um sie zu rechtfertigen. Hat er aberan Waeners Dichtertum wirklich geglaubt? Wir dürfen es bei einem solchenKenner und Richter bezweifeln, auch wenn nicht in seinem Preis des Dichtersund Bildners die Kunst des Erhöhens und des Verschwelgens so sehr offenbarwäre Er hat Waeners Wollen aus eigenem Wissen um Meisterschaft in einKönnen verwandelt und alle Schwächen verhüllt. Wir bitte»^ >"* *«Ai a R darauf hinzuweisen, wenn es sich dabei nur um ein Aus-Snt Toniken Seite. Das Bedenkliche und für Nietzsche; selbst Ge-ährlkhe"ae darin, daß er schon damals empfand, worin Wagners Größe un-ch oder do'ch unheilig war, worin er trotz allem der Öffentlichkeit en gegen-kam daß das Schauspielerische in ihm vielleicht der beherrschende TriebwaT'-und daß er es doch unternahm, das Theatermäßige in seinem Leben wiein seinem Werk ins Tragische umzudeuten. Die schon erzwungene Treueeeeen den einstigen Meister erschien ihm als Untreue gegen die eigene Sen-dung und in Kürze besiegelte er mit der Flucht von Bayreuth, der vorgeblichenVerkörperung seines Traumes, die große Wende seines Lebens, die Katastrophedieser Tragödie: die Abkehr von Wagner. (Ernst Gundolf und Kurt Hude-brandt, Nietzsche als Richter unserer Zeit, 1923.)

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