katen Strafe, auch nur das geringste zu leihen. Pöllnitz war eine Art lustigerRat- ziemlich in gleicher Eigenschaft figurierte in Sanssonci der französische
Arzt de Lamettrie.
Die militärischen Freunde des Königs gehören ebenfalls in diesen Kreis. Dabeiist jedoch zu bemerken, daß keiner von ihnen es je wagen durfte, seine dienst-liche Stellung mit dieser freundschaftlichen zu verwechseln. Was sie im Dienstversehen hatten, wurde mit voller Strenge gerügt; aber dafür tat auch einesolche Rüge dem freundschaftlichen Verhältnisse keinen Abbruch. Winter-feldt genoß das nächste Vertrauen des Königs, als dessen Generaladjudantwar er indes fast ganz dem Geschäftsleben hingegeben. Graf Rothenburg,der in der Schlacht von Czaslau schwere Wunden davongetragen hatte, wardFriedrich ein zweiter Keyserling. Aber auch er starb früh, und sein Tod machtedem Könige alle die Schmerzen, die er beim Tode des ersten Lieblings emp-funden hatte. Friedrich selbst bewies ihm in der letzten Krankheit die innigsteTeilnahme Es war im Dezember 1751, als man ihm meldete, daß der Grafim Sterben liege. Halb angekleidet eilte Friedrich über die Straße in die Woh-nung des Freundes. Er fand den Arzt bei ihm; dieser zuckte mit den Achseln,dem Könige stürzten die Tränen aus den Augen, und als man als letztes Ret-tungsmittel dem Grafen eine Ader schlug, hielt er den Teller, um das Blut auf-zufangen Da dieser Aderlaß die gehoffte Wirkung nicht tat, so verließ er denSterbenden im tiefsten Schmerze; nach seinem Tode verschloß er sich mehrereTage vor aller Gesellschaft.
Dem Obersten von Forcade, der in der Schlacht von Soor am Fuße verwundetward erwies Friedrich für seine Verdienste wiederholte Gnadenbezeugungen.Bei einer Cour auf dem Berliner Schlosse, als Forcade seinen Dank abzustattenkam und sich seines leidenden Fußes wegen an das Fenster lehnte, brachte ihmFriedrich selbst einen Stuhl und sagte: „Mein lieber Oberst von Forcade, einso braver und würdiger Mann, als Er ist, verdient sehr wohl, daß auch derKönig selbst ihm einen Stuhl bringt."
Einen vorzüglichen Wert legte Friedrich auf die Erwerbung zweier Manner, dieein gleicher Gewinn für sein Herz wie für seinen Staat wurden. Dies warendie Gebrüder Keith aus Schottland, die als Anhänger der Stuarts ihr Vaterlandmeiden mußten. Der jüngere Jacob Keith kam zuerst zu Friedrich und er-hielt sogleich die preußische Feldmarschallwürde. Der ältere Georg KeithErbmarschall von Schottland und deshalb gewöhnlich nur Lord-Marschallgenannt, kam später und war einer von den wenigen, die das Geschick fürdie späteren Tage des Königs erhielt.
Auch den alten Feldmarschall Schwerin, der im zweiten Schlesischen Kriegeseinen Abschied genommen hatte, wußte sich Friedrich wieder zu gewinnen.Er tat die ersten Schritte zur Versöhnung und lud Schwerin zu sich ein. Diesergehorchte dem Befehle. Als er im Schlosse angekommen war und im Vor-zimmer vernommen hatte, daß Friedrich wohlgelaunt sei, ließ er sich durchden Kammerhusaren, der den König bediente, melden Der Husar erhieltjedoch keine Antwort auf seine Meldung; Friedrich ergriff statt dessen seineFlöte und ging phantasierend eine Viertelstunde im Zimmer auf und nieder.Endlich legte er die Flöte beiseite, steckte den Degen an und befahl, den Feld-
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