sondern es ist allenthalben nur die Rede vom Wohle der Nation, dem Ruhmeder Armeen, den Trophäen, die er in allen Landen erfochten.So ist unser Gegner. Er ist begeistert und hat einen absoluten Willen: wasbisher gegen ihn aufgetreten, konnte nur rechnen und hatte einen bedingtenWillen. Er ist zu besiegen auch nur durch Begeisterung eines absoluten Willens,und zwar durch die stärkere, nicht für eine Grille, sondern für die Freiheit.Ob diese nun in uns lebt und mit derselben Klarheit und Festigkeit von unsergriffen wird, mit welcher er ergriffen hat seine Grille und durch Täuschungoder Schrecken alle für sie in Tätigkeit zu setzen weiß, davon wird der Aus-gang des begonnenen Kampfes abhängen. (Fichte, Die Staatslehre, in Vor-lesungen, 1813.)
Görres läßt Napoleon sprechen: Ich, Napoleon Bonaparte, will der Weltein Zeugnis zurücklassen über meine Gesinnungen und die Weise, wie ichgehandelt habe. Die zu meinen Füßen im Staube sich gewunden, lassen michjetzt freche Reden hören. Nicht gegen sie will ich zu einer Verteidigung michherablassen, noch ihre Schlechtigkeit ehren durch meinen Zorn. Wie ich überihre Häupter hergeschritten, so geh ich verachtend durch den Dunst ihrerWorte vor. Auch nicht zu der Nachwelt will ich reden, sie ist wie die Mit-welt aus Toren, Schwachköpfen und wenigen Bösewichten gemischt. Mirselbst und meinem Leben sollen die Worte, die ich spreche, ein Denkmal sein;es mag in der Wüste der künftigen Zeiten stehen wie ein einsamer Fels, denerloschenes Feuer einst zerrissen.
Den ersten Namen, die die Geschichte nennt, habe ich mich kühnlich bei-gezählt. Was die Römer Jahrhunderte gekostet, habe ich mit meiner einigenKraft vollbracht und dreizehn Jahre lang die Welt in meinen Fesseln eng ge-halten. Daß keiner meiner Zeitgenossen mir bei dem Werke beigestanden,beweist, daß sie in der Entscheidung alle mich verlassen haben. Wenn anderemit ihrem Glücke kärglich bis zum Ende ihres Lebens hausgehalten, dann istsolche sparsame Geizigkeit ein Abscheu mir gewesen. Mäßig sonst in allemund gelassen, habe ich darin kein Maß anerkennen wollen. Freigebig undkaiserlich hab ich verschwendet, was die Gestirne mir zugeteilt; und so istes gekommen, daß all mein Reichtum ausgegeben war, als ich die Hälfte meinerLaufbahn überschritten. Ich habe es meiner unwürdig erachtet, zuletzt nochdem Triebe Gewalt anzutun, der immer zum Rechten mich geführt. Ich habenie lernen wollen, mein Bezeigen nach Zeit zu ändern und mich in die Ge-legenheit zu fügen. Als ich jung gewesen, hab ich bei den Haaren sie ge-bunden, und sie hat mir wie ein Weib gehorcht. Als ich ihren Unbestandbemerkt, hab ich sie freigegeben ihrem eigenen Gelüste. Es schien mirgrößer, das Werk meines Lebens in verachtendem Stolze dem Untergangehinzuwerfen, als mit schwacher, demütiger Nachgiebigkeit es dem Verderben
zu entziehen.-------
Darum habe ich immerdar den Krieg gesucht, und der Frieden hat zu allerZeit mir ein albern Ding gedeucht. Die Schlaffheit und die Erbärmlichkeit
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