was niemand trennen kann, sieht und hört und fühlt und gibt und nimmt aufeine Weise, deren Unnachahmlichkeit jeder andere sogleich innerlich anerkennenmuß. Unnachahmlich und über allen Schein von Nachahmlichkeit erhaben istdas Werk des reinen Genius. Unsterblich ist alles Werk des Genies wie der FunkeGottes, aus dem es fließt. Über kurz oder lang wird's erkannt, wird seine Un-sterblichkeit gesichert, über kurz oder lang alles herabgewürdigt, was schwachenKöpfen Genie schien und nicht war, nur Talent, nur gelernt, nur nachgeahmt,nur Faktize war, nicht Geist war aus Geist, nicht quoll aus unlernbarem Drangeder Seele, nicht war Kind der Liebe, Abdruck des inneren Menschen, Aus-geburt und Ebenbild der verborgensten Kraft 1 Lauf alle Reihen der Men-schen durch, die ganze Nationen und Jahrhunderte mit Einer Stimme Genienannten, oder deren Werke und Wirkungen unsterblich sind und fortlebenvon Geschlecht zu Geschlecht und nie zu verkennen, nie auszulöschen sind,wenn noch so viele, noch so stürmende Stürme über sie brausen. Nenn unterallen Einen, der nicht gerade um deswillen Genie hieß und war, weil er Un-gelerntes und Unlernbares empfand, sprach, dichtete, gab, schuf. Unnach-ahmlichkeit ist der Charakter des Genies und seiner Wirkungen, wie allerWerke und Wirkungen Gottes, Unnachahmlichkeit, Momentaneität, Offen-barung, Erscheinung, Gegebenheit, wenn ich so sagen darf, was wohl geahndet,aber nicht gewollt, nicht begehrt werden kann, oder was man hat im Augen-blicke des Wollens und Begehrens, ohne zu wissen wie, was gegeben wird,nicht von Menschen, sondern von Gott oder vom Satan.
Millionen Gegenstände der Natur sind, die uns affizieren, unsere Kräfte regen,unsere Liebe anziehen, unserem Glauben Kraft, unserer Hoffnung Flügelgeben, Millionen Gegenstände, an denen sich die menschliche Schöpfungs-kraft üben, in die sich der menschliche Geist hineinwurzeln kann, und so gibtes auch unzählige Arten von Genien. Jeder Gegenstand der sichtbaren oderunsichtbaren Welt ist ein Element, worin ein Genie als in seiner Welt, seinemReiche weben und schweben, walten und herrschen kann, eine Welt voll Er-scheinungen für das Genie, dem die äußeren und inneren Sinne zu seiner un-mittelbaren Erkennung und Berührung geöffnet sind. Von was Art aber immerein Genie sein möge, aller Genien Wesen und Natur ist Übernatur, Überkunst,Übergelehrsamkeit, Übertalent, Selbstleben. Sein Weg ist immer Weg desBlitzes oder des Sturmwindes oder des Adlers. Man staunt seinem wehendenSchweben nach, hört sein Brausen, sieht seine Herrlichkeit, aber wohin undwoher weiß man nicht, und seine Fußstapfen findet man nicht.Genien —. Lichter der Welt, Salz der Erde, Substantive in der Grammatikder Menschheit, „Ebenbilder der Gottheit an Ordnung, Schönheit und unsicht-baren Schöpferskräften, Schätze eures Zeitalters, Sterne im Dunkeln, diedurch ihr Wesen erleuchten und scheinen, so viel es die Finsternis aufnimmt!"Menschengötter, Schöpfer, Zerstörer, Offenbarer der Geheimnisse Gottes undder Menschen, Dolmetscher der Natur, Aussprecher unaussprechlicher Dinge,Propheten, Priester, Könige der Welt! (Lavater, Physiognomische Fragmente,
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