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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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Herrlichkeit und Größe in die Flut der Vergangenheit versenkt werden könnte ?Wo möchte sie sich hinwenden, um in Tat und Wahrheit ein anderes Bilderhebender Tugend in menschlichen und bürgerlichen Verhältnissen zu finden,wenn die Götter und Heroen dieses irdischen Olymps unsern Blicken ent-zogen und der Bau dieser wunderbaren Welt für uns eingestürzt wäre, inwelchem auch das Größte nicht unglaubhaft erscheint, weil in ihr alles sohoch steht? Dieser Welt voll gewaltiger Kraft wie voll Anmut und Reiz, inwelcher die Schönheit sittlich, die Sittlichkeit schön und beides als ein eigen-tümliches Gewächs der Natur erscheint, und in dieser Erscheinung das Bei-spiel eines Zusammenklanges von Eigenschaften gibt, welche vereinzelt wohlBeifall oder Achtung erzeugen, aber nur in ihrem harmonischen Verein dasGemüt entzücken und über sich selbst erheben können. (Friedr. Jacobs, Redeam 28. März 1808.)

HELLAS UND DER DEUTSCHE.

Es heißt aber das Rad der Zeit hemmen wollen, wenn man ein immer gleichesVerharren auf der Höhe der Jugend und Geisteskraft oder der Schönheit unddes Wohlstandes fordert. Es ist unfreundlich und unweise, jeder Zeit jeglicheszuzumuten, denn der Frühling kann nicht die Früchte des Herbstes bieten,noch der Winter mit dem Sommer wetteifern; und wenn die Kunst auch bis-weilen der vegetabilischen Natur ein unzeitiges Erzeugnis abzwingt, so wirddoch ein ähnliches Streben auf dem Gebiete der menschlichen Freiheit immernur eine törichte Gigantomachie sein. Wie das leuchtende Gestirn des Tages,so rückt das Gestirn des Glückes und Wohlstandes aus einem Zeichen in dasandere, und nur die Phantasie und der Wunsch kann zusammenfassen, wasdie Wirklichkeit immer getrennt haben wird. Allerdings wäre es wünschens-wert, die Herrlichkeit des untergegangenen Altertums mit der Errungenschaftder neuen Zeit vermählen zu können; aber umsonst würden wir die Erfüllungdieses Wunsches erwarten, und töricht würden wir trauern über seine Ver-eitelung. Nicht ein Quell fruchtloser Traurigkeit soll uns die Vergangenheitsein, sondern der Erquickung und Freude; nicht um die Wirklichkeit anzu-feinden, sondern um uns an der Idee des ewig und unvergänglich Großen zuerheben, sollen wir in den Spiegel der alten Zeiten schauen, und vorzüglichin die Geschichte derjenigen Völker, die, als besondere Günstlinge des Himmels,die Welt durch edle Taten zu erfreuen und durch Werke tiefen Sinnes zu be-lehren berufen waren. Es gibt aber kein Volk, dessen Geschichte in dieserBeziehung ein wiederholtes Betrachten mehr verdiente als das hellenische.(Friedrich Jacobs, Über den Reichtum der Griechen an plastischen Kunst-werken und die Ursachen derselben, 1810.)

GOETHE UND ECKERMANN ÜBER DAS STUDIUM DER ANTIKE.

Man studiere nicht die Mitgeborenen und Mitstrebenden, sondern großeMenschen der Vorzeit, deren Werke seit Jahrhunderten gleichen Wert undgleiches Ansehen behalten haben. Ein wirklich hochbegabter Mensch wird

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