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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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achtung dieser Grundsätze und von der Ausartung der Musik das Sinkenganzer Völker abgeleitet wird, wie dieses von einigen getan worden, die überallen Verdacht der Schwärmerei oder Paradoxiesucht erhaben sind. Durchdiese Ansicht der Musik ward bestimmt, wie und auf welche Weise sie bei derErziehung anzuwenden sei. Das Bestreben, das überaus Künstliche hervor-zubringen, wurde als unfrei verworfen. Nur soweit müsse sie gebildet wer-den, daß man im Gesänge und Rhythmus das Schöne erkennen könne. Da-her sei auch der Unterricht auf solchen Instrumenten zu tadeln, die eine allzukünstliche Handlung forderten, weshalb die böotische Flöte keinen Beifallverdiene, welche noch überdies nichts zur Bildung der Seele beitrage, undstatt eine sittliche Fassung zu erzeugen, vielmehr eine Störerin der Ruhe undBesonnenheit sei. Auch dürften bei dem jugendlichen Unterricht nicht alleRhythmen ohne Unterschied verstattet werden, sondern nur die, welche dieLeidenschaften reinigten; weshalb man denn auch der dorischen Tonart unterallen den Vorzug erteilte, weil sie die Ruhe am vollkommensten ausdrückeund am meisten den Charakter des Mutes und der Männlichkeit an sich trage.Wenn diese und ähnliche Betrachtungen, die von den Alten mit der größtenErnsthaftigkeit als über einen der wichtigsten Gegenstände, angestellt zuwerden pflegen, unserem Zeitalter entweder ganz fremd oder gleichgültigsind, so beweist dieses nicht etwa ihre Grundlosigkeit, sondern vielmehr, daßwir in dem Gefühle des Sittlichen und Unsittlichen und in frommer Achtungdesselben weit hinter den Alten zurückstehen. Voll des Wahns, durch Lehrenund Predigen die Zwecke des Lebens und der Menschheit hinlänglich zu för-dern, überlassen wir alles übrige der Laune des Zufalls, der denn auch nichtunterlassen hat, die Bildung der modernen Welt zu einem Chaos der Will-kür und der feindseligsten Elemente zu machen. Durch den öffentlichen undfast allgemeinen Gebrauch der künstlichsten Musik ist ihre sittliche Wirkungin unserem Zeitalter fast gänzlich vernichtet worden. Denn da sie die Kennt-nis der meisten, auch der musikalisch gebildeten Zuhörer, größtenteils über-steigt, so betrügen sich einige mit unmäßiger Bewunderung der sich immermehr überbietenden Fertigkeit, andere mit einem dumpfen Brüten über un-bestimmten Gefühlen und sinnlichen Reizungen. Je weiter nun die Kunstdiese Richtung verfolgt, desto größer wird das Übel und desto häßlicher dieVerworrenheit, aus welcher auch keine andere Rettung zu erwarten steht,als daß der Mißbrauch den höchsten Gipfel ersteige und sich durch seinenÜbermut selbst vernichte. (Friedr. Jacobs, Rede, 28. März 1808.)

ALTE UND NEUE HELDENVEREHRUNG.

Die Helden des römischen Altertums wandeln jetzt mit ihrer Größe durchmein Gemüt; sowie ich genese, will ich den Versuch anstellen, aus ihren Ge-schichten etwas zu malen. Ich kann es dir nicht beschreiben, wie sich seiteiniger Zeit das Heldenalter so lebendig vor mir regt; bis dahin sah ich die Ge-schichte als eine Sache an, die nur unsre Neugier angehe, aber es hat sich mirdarin eine ganz andere Welt entwickelt. Vorzüglich gern möchte ich aus CäsarsGeschichte etwas bilden, man nennt diesen Mann so oft und nie mit der Ehr-

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