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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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mag es ist schwer, an jemand anderen als an Archytas zu denken, wennPlato auch nur ganz allgemein von denPythagoreern" spricht hier istbei aller Unvollkommenheit der Formulierung doch schon das wahre Gesetzder Planetenbewegung richtig geahnt. Denn wenn das dritte KeplerscheGesetz sagt, daß die Quadrate der Umlaufszeiten sich zueinander wie dieKuben der mittleren Entfernungen verhalten, so ist da derselbe allgemeineGrundgedanke nur in genauerer mathematischer Fassung ausgedrückt. Dasist kein Zufall. Kepler empfing die Anregung zu seiner Entdeckung eben ausdieser Harmonik der Pythagoreer, wie schon der Titel seines WerkesHar-monik der Welt" andeutet. Er selbst erzählt, wie ihm, als er schon an derSchwierigkeit des Problems fast verzweifelte, durch einen Zufall die Har-monik des Ptolemäus, die eine späte Bearbeitung der pythagoreischen Wissen-schaft darstellt, in die Hände fiel und er hier zu seiner Überraschung diegleiche Auffassung der Himmelsbewegungen fand, wie sie ihm immer vor-geschwebt hatte. Doch lassen wir ihn selbst reden:Was ich vor 22 Jahrenvermutet habe . . . wovon ich in meiner Seele überzeugt war, noch bevorich die Harmonik des Ptolemäus gelesen . . . was ich vor 16 Jahren durchöffentliche Drucklegung (im,,Prodromus") als Gegenstand der Forschung hin-stellte, um wessentwillen ich den besten Teil meines Lebens mit astronomi-schen Betrachtungen verschwendete, zu Tycho de Brahe ging, Prag als Wohn-sitz wählte das habe ich nun endlich in seiner tiefsten Wahrheit, mehr alsich jemals hoffen durfte, erfaßt. Dadurch habe ich die ganze Natur der Har-monik, sowohl in ihrer Totalität wie in ihren einzelnen Teilen, innerhalb derHimmelsbewegungen gefunden . . . nicht in der Weise, wie ich es (ursprüng-lich) im Geiste konzipiert hatte, sondern auf eine davon sehr verschiedene,aber ganz vorzüglich geeignete und vollkommene Art... In der Zwischen-zeit, da mich der äußerst mühselige Versuch, die Himmelsbewegungen dar-zustellen, angespannt hielt, kam mir ein Werk zu Händen, das meiner Leiden-schaft neue Nahrung und meinem Vorhaben einen Ansporn gab: Ich las dieHarmonik des Ptolemäus . . . Die Handschrift hatte mir ein ausgezeichneterund für die Förderung der Philosophie und jeder Art der Wissenschaft gerade-zu geborener Mann, Johann Georg Herward, Bayerns Kanzler, übersandt.Hier fand ich über alle Erwartung hinaus und von höchster Bewunderungerfüllt das dritte Buch von der gleichen Anschauung einer himmlischen Har-monie getragen niedergelegt vor 1500 Jahren . . . aber es scheint, daßPtolemäus, ähnlich wie Scipio bei Cicero, eigentlich mehr einen pythagore-ischen Traum vorträgt, als darauf ausgeht, die Philosophie wirklich zu för-dern. Mich aber bestärkte jener noch rohe Zustand der antiken Astronomie,mehr noch diese vollkommene und genaue Übereinstimmung unserer beidenum 15 Jahrhunderte auseinanderliegenden Betrachtungen, von meinem Vor-haben nicht abzulassen. Darf ich es kurz zusammenfassen? Sich selbst ver-ratend ging die Natur den Menschen entgegen und ließ sich von Dolmetschernenträtseln, die ein Zwischenraum von Jahrhunderten getrennt. Der gleicheBegriff vom Bau der Welt entstand in dem Geiste von zwei Menschen, diesich ganz der Betrachtung der Natur gewidmet, wobei keiner des anderenFührer beim Einschlagen dieses Weges gewesen ist. Jetzt, da mir vor 18 Mo-

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