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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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Behandlung und durch die Richtung nach den anerkannten besten Zwecken.So werde, so bleibe der Deutsche, ohne die Emsigkeit des bloß gelehrten Samm-lers zu verachten, ohne den bloßen Liebhaber allgemeiner Bildung zurückzu-weisen, überall der tiefere Forscher und Ausleger des aus dem Altertumefließenden Großen und Schönen, und er gebrauche solche Schätze, um unterdem Wechsel wandelbarer öffentlicher Schicksale den Geist seiner Nation zubefruchten, deren Bessere durch das Studium einheimischer Werke keines-wegs unvorbereitet sind, die beste Weihe zu empfangen.Mögen Sie, Kenner und Darsteller des griechischen Geistes, noch langeein wirksamer Beschützer und zufriedener Zuschauer so nützlicher Bestre-bungen sein! Möge Ihr geliebtes Weimar unter seinem herrlichen, vonallen Musen gefeierten Fürstenhause bald wieder in verjüngter Blüte strah-lend, auch fernerhin neue schöne Talente für das übrige Deutschland wecken 1Möge Ihnen nie Kraft und ungestörte Muße fehlen, um auf dem Wege, worinIhr Leben selbst dem Stufengange der Griechen nachahmt, itzt diese, itzt eineandere der holdesten Künste, und bald auch dunkle Räume oft entweihterWissenschaften zu erleuchten! (Friedr. Aug. Wolf, Zueignung an Goethe,1807.)

DIE ALTEN ALS HELFER.

Man denke sich das Große der Alten, vorzüglich der Sokratischen Schule,daß sie Quelle und Richtschnur alles Lebens und Tuns vor Augen stellt, nichtzu leerer Spekulation, sondern zu Leben und Tat auffordert.Wenn nun unser Schulunterricht immer auf das Altertum hinweist, dasStudium der griechischen und lateinischen Sprache fördert, so können wiruns Glück wünschen, daß diese zu einer höheren Kultur so nötigen Studienniemals rückgängig werden.

Denn wenn wir uns dem Altertum gegenüberstellen, und es ernstlich in derAbsicht anschauen, uns daran zu bilden, so gewinnen wir die Empfindung,als ob wir erst eigentlich zu Menschen würden.

Der für dichterische und bildnerische Schöpfungen empfängliche Geist fühltsich dem Altertum gegenüber in den anmutigst ideellen Naturzustand ver-setzt; und noch auf den heutigen Tag haben die homerischen Gesänge dieKraft, uns wenigstens für Augenblicke von der furchtbaren Last zu be-freien, welche die Überlieferung von mehreren tausend Jahren auf uns ge-wälzt hat.

Wie Sokrates den sittlichen Menschen zu sich berief, damit dieser ganz ein-fach einigermaßen über sich selbst aufgeklärt würde, so traten Plato undAristoteles gleichfalls als befugte Individuen vor die Natur; der eine mit Geistund Gemüt, sich ihr anzueignen, der andere mit Forscherblick und Methode,sie für sich zu gewinnen. Und so ist denn auch jede Annäherung, die sich unsim ganzen und einzelnen an diese dreie möglich macht, das Ereignis, waswir am freudigsten empfinden und was unsere Bildung zu befördern sichjederzeit kräftig erweist. (Joh. Wolfg. Goethe, Maximen und Reflexionen,1829.)

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