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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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zum Tode verurteilte, welche Sklaven gekauft, die durch Eroberung griechischer,Athen feindselig gewesener Städte in der Makedonier Gewalt gekommen waren:das Volk, dessen Dürftige, überwiegend in der Versammlung, der Spende ent-sagten, die allein ihnen an einigen Festtagen den Luxus von Fleischspeisenschenkte, da sie sonst nur Oliven, Kräuter und Zwiebeln mit trockenem Brotund gesalzenem Fisch aßen; die dieses Opfer brachten, damit für die Ehre desVaterlandes gerüstet werde: das Volk hat mein ganzes Herz und meine tiefeEhrfurcht. (Barth. Georg Niebuhr, Kleine historische und philosophischeSchriften, 1828/1843.)

DIE ANTIKE ARTUNG WINCKELMANNS.

Der Mensch vermag gar manches durch zweckmäßigen Gebrauch einzelnerKräfte, er vermag das Außerordentliche durch Verbindung mehrerer Fähig-keiten; aber das Einzige, ganz Unerwartete leistet er nur, wenn sich die sämt-lichen Eigenschaften gleichmäßig in ihm vereinigen. Das letzte war das glück-liche Los der Alten, besonders der Griechen in ihrer besten Zeit; auf die beidenersten sind wir Neueren vom Schicksal angewiesen. Wenn die gesunde Naturdes Menschen als ein Ganzes wirkt, wenn er sich in der Welt als in einemgroßen, schönen, würdigen und werten Ganzen fühlt, wenn das harmonischeBehagen ihm ein reines, freies Entzücken gewährt: dann würde das Weltall,wenn es sich selbst empfinden könnte, als an sein Ziel gelangt, aufjauchzenund den Gipfel des eigenen Werdens und Wesens bewundern. Denn wozudient alle der Aufwand von Sonnen und Planeten und Monden, von Sternen undMilchstraßen, von Kometen und Nebelflecken, von gewordenen und werden-den Welten, wenn sich nicht zuletzt ein glücklicher Mensch unbewußt seinesDaseins erfreut ?

Wirft sich der Neuere, wie es uns eben jetzt ergangen, fast bei jeder Be-trachtung ins Unendliche, um zuletzt, wenn es ihm glückt, auf einen be-schränkten Punkt wieder zurückzukehren, so fühlten die Alten ohne weiternUmweg sogleich ihre einzige Behaglichkeit innerhalb der lieblichen Grenzender schönen Welt. Hierher waren sie gesetzt, hierzu berufen, hier fand ihreTätigkeit Raum, ihre Leidenschaft Gegenstand und Nahrung.Warum sind ihre Dichter und Geschichtschreiber die Bewunderung desEinsichtigen, die Verzweiflung des Nacheifernden, als weil jene handelndenPersonen, die aufgeführt werden, an ihrem eigenen Selbst, an dem engen Kreiseihres Vaterlandes, an der bezeichneten Bahn des eigenen sowohl als des mit-bürgerlichen Lebens einen so tiefen Anteil nahmen, mit allem Sinn, aller Nei-gung, aller Kraft auf die Gegenwart wirkten ? Daher es einem gleichgesinntenDarsteller nicht schwer fallen konnte, eine solche Gegenwart zu verewigen.Das, was geschah, hatte für sie den einzigen Wert, so wie für uns nur das-jenige, was gedacht oder empfunden worden, einigen Wert zu gewinnenscheint.

Nach einerlei Weise lebte der Dichter in seiner Einbildungskraft, der Ge-schichtschreiber in der politischen, der Forscher in der natürlichen Welt. Allehielten sich am Nächsten, Wahren, Wirklichen fest, und selbst ihre Phantasie-

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