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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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erkannt, mit ihr hat er die Seeräuber geduckt, Volk, Heer und Frauen ver-führt, den kundigen Cicero verwirrt, beschämt und entzückt. Die majestätischeGrazie - sein Merkmal unter den Herren der Welt wie unter den Künderneigener Taten gleich entfernt von schwanker Tänzerei wie von steilerWürde, von Rokoko wie von Hieratik, dankt er doch dem tiefen Sachenernst,

der gedrungenen Erdendichte seines Volkes,-------nur aus so massigem Grund

konnte die Triebsicherheit, der Takt, die Gelassenheit gedeihen, der lange Atemvoll Zucht und Glut. Doch ist dies römische Bauernerbe nur die Unterlageder Stärke, die zur herrischen Anmut, zum tätigen Adel gehört. Zum klassi-schen Menschen geläutert hat ihn erst Licht und Luft der hellenischen Bil-dung. Von ihr empfing er zu der römischen Gewalt der Rasse die Freiheitder Person, die kein Römer mehr so erreicht hat, wie kein Grieche, auch Ale-xander nicht, solche Gewalt zog aus so gründigem Erbe. Wir können CäsarsGenius nicht erklären, doch sehen, welch besondere Erbschaft er glücklichverkörpert: die Erdenbreite und Blutstärke der Römer und die Geistesfülleder Griechen in der Weltstunde, als beide einander durchdrangen. War esjulische Samenmischung seit Urzeiten, war es freie Bildung des späten Jüng-lings: nur in Cäsar sind Rom und Hellas zu reinem Einklang gekommen, rö-mische Macht und griechisches Maß, Zähheit und Schnellkraft, Schwung undWillenszucht. Schon sein Bild konnte er nur vermöge der griechischen Helleverewigen. Bildermachen ist nicht römisch ohne den Griechen Polybiussähen wir keinen römischen Scipio. (Fr. Gundolf, Cäsar, die Geschichte seinesRuhms, 1924.)

SALLUST.

Der Mensch in die Mitte hingestellt zwischen Gott und Tier offenbart seinDoppelwesen in all seinem Tun. Dem Geiste nach dem Himmlischen entstam-mend, durch den Leib der Tierheit zugewandt, würde er im ewigen Kampfuntergehen, hätte nicht Erkenntnis ihm ein würdiges Lebensziel gesetzt.Doch dem Denkenden entsteht die Überzeugung, daß im Geiste ruhet Kraft,Leben und Tat und was dauert, was bleibt, was ist, allein der Geist er-schafft. Er, des Lebens Führer, waltet, herrscht, gebietet überall; ihm alleinist alles dienstbar und Untertan. Daher in den Trefflichsten geistige Tatkraftüberwiegt, und das Leben selbst nur dann ein würdiges Ziel verfolgt, wenn eingeistiges Streben sichtbar wird: sei es im Staat, im Krieg, in Übung einer edlenKunst. Des Geistes Tod ist Versunkenheit in Sinnenlust, als welche, befangenin der Gegenwart, auf Vergängliches gegründet und gerichtet, jedes höhereStreben hemmt, durch Üppigkeit und Schlaffheit jede Kraft zerstört und denfreien Geist in Fesseln schlägt. In solcher Schwäche wird der Mensch desZufalls und der finstern Mächte Spiel, die ihn drohend hin zum Abgrunddrängen, bis seines Lebens Schuld gebüßt. Doch der Gottheit Wesen tutsich dem sittlichen Bewußtsein kund; daher nicht durch weibisches Flehen,sondern durch Kraft, Weisheit und Tätigkeit ihr Beistand gewonnen wird.Der Trägheit und der Schlaffheit ist sie feind. So der Mensch für sich undim Verhältnis zu den höheren Mächten. Aber des Menschen Sinn und Art

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