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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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Doch nimmt er Rom und den römischen Sinn erobernder Herrschaft nichtpathetisch kein alexandrischer Drang ins Weite, kein achilleischer Helden-schwung. Das zähe, tiefwurzelnde Wachstumsverlangen eines starken undfesten Raumes, der zuständlichestaatliche" Kampf von Mensch mit Menschund Tier und Erde, die triebhafte Sicherheit des Weitergreifens, Ausweichens,Aneignens und Eindringens, das Wechselspiel, womit er Luft und Boden sichdienstbar macht und ihnen dient all diese Naturformen römischen Gemein-wesens werden in Cäsar Geist, und der Wille, der von den Latinerfehden biszu Pompejus die Mittelmeerländer durchgriff, klärt sich bei ihm zum Geniemit gesteigerter Schnelle, Weite, Wucht und Weisheit. Doch wie er Gebieteabgrenzt, Nachbarn bemißt, trennt und bindet, darin waltet noch der uralteBauernsinn, und noch seine Kriegszucht stammt nicht aus schweifenderJägerei sondern aus geduldigem Feldbau. Der Orbis Terrarum ist ihm sogeläufig wie einem Grundherrn sein Meierhof, und gerade diese Nüchternheit,die vor solchen Weiten nicht staunt, gehört zu seiner Größe wie zu der Alexan-ders der Rausch vor dem Geheimnis der grenzenlosen Ferne. Dem Römerwar die eroberte Erde ein Acker, dem Hellenen die zu erobernde ein Wunder.Die gallischen Kommentarien zeigen fremde, bedrohliche, doch bezwingbareVölkerschaften, den Bereich, den Cäsar zur Sicherung des ihm anvertrautenRömerbesitzes erwerben muß, die dauernde Art von Land und Leuten, diegegenwärtigen Zustände mit den daraus entspringenden Vorteilen, Gefahren,

Ereignissen und seine eigenen Mittel, Wege und Taten zum Ziel,-------zahllose

Rotten bunter Barbaren mit fremden Sitten, Stammesfehden und Bündnissen,trotzige, listige, heldische Häuptlinge, waldige und nasse Länder mit wildenWassern und Tieren, ein fremdes Meer mit der geheimnisvollen Insel, alsRaum des umsichtigen kühnen Imperators samt seinen getreuen siegesge-wissen, übermenschlich mutigen und geduldigen Legionen. UnglaublicheMärsche, gräßliche Schlachten, mühselige Belagerungen, ein halber Erdteil(das war Gallien im damaligen Gesichtskreis) entdeckt, durchdrungen understritten: all das, erzähltmit fröhlicher Eile", haftet als Wunder von Tatund Geschehen. Cäsar wußte, wie es wirke, ihn selbst verwirrte es nicht. Ermeldet das Ungeheure mit der Ruhe des Gutachters, mit leisem Lächeln überdas Staunen der Hörer.

Diese cäsarische Ironie fehlt seinen Fortsetzern, die seiner Schlichtheit sichbefleißigen ohne seine Höhe. Sie fehlt Napoleon, der alexandrisch vom Tau-mel seiner Taten selbst lebt und sie nicht nur sachlich sah, sondern sie auchleidenschaftlich empfand. Friedrichs des Großen Ironie galt weniger demLeser als ihm selbst. Er kennt schon den müden Spott über die Eitelkeit derGröße, und er spielt damit. Zwinkernde Skepsis ist Cäsar fremd. Von Fried-rich aus hat man ihn wohl so gesehen und voltairische Aufklärung und Zynikihm zugeschrieben eines der falschen Gleichnisse zwischen alter und neuerGeschichte. Cäsars olympische Heiterkeit ist kein mephistophelischer Zweifelam Wert seiner Wirkungswelt, sondern die Miene des vornehmen Menschen,der naiv sich überlegen fühlt und seine Riesenkräfte gebraucht ohne Prunkund Mühe. Er blickt weder zu sich empor noch dräut er herab die Höheist ihm natürlich. An dieser fröhlichen Ruhe hat den Knaben schon Sulla

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