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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
Seite
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Buchstaben eine leere Einbildung gekommen sei, als wisse sie, was sie dochnicht weiß. Darum sei es Torheit, viel hierauf zu bauen, und rechter Verlaß seinur auf den mündlichen lebendigen Unterricht. Das Schreiben aber müsse ge-wagt werden aufs Ungewisse und mehr um deswillen, was es für den Schreiben-den und die schon mit ihm Wissenden sei, als um deswillen, was es werden könnefür die noch nicht Wissenden. Wer nun überlegen will, welches denn jenerso hoch herausgehobene Vorzug des mündlichen Unterrichts sei und woraufer beruhe, der wird keinen andern finden als diesen, daß hier der Lehrende ineiner gegenwärtigen und lebendigen Wechselwirkung stehe mit dem Lernen-den, und jeden Augenblick wissen könne, was dieser begriffen, und so derTätigkeit seines Verstandes nachhelfen, wo es fehlt; daß aber dieser Vorteilwirklich erreicht werde, beruht, wie jeder einsieht, auf der Form des Gesprächs,welche ein lebendiger Unterricht notwendig haben muß. Darauf auch beziehtsich was Piaton sagt, daß der gesprochenen Rede ihr Vater immer helfenkönne und sie verteidigen, nämlich nicht nur gegen die Einwürfe des Anders-meinenden, sondern auch gegen die Hartsinnigkeit des noch nicht Wissen-den, die geschriebene aber habe keine Antwort auf irgendeine weitere Frage.Woraus beiläufig schon erhellt, wie sehr derjenige jedes Recht verwirkt habe,auch nur ein Wort über den Piaton zu reden, der den Gedanken fassen kann,dieser könne sich wohl bei seinem inneren mündlichen Unterricht der so-phistischen Methode bedient haben in langen Vorträgen, welche doch ihm,seiner eigenen Aussage nach, von jenem Vorzuge sich am meisten zu ent-fernen scheint. Sondern auf alle Weise, nicht nur zufällig oder durch An-gewöhnung und Überlieferung, sondern notwendig und seiner Natur nach istseine Methode eine sokratische gewesen, und zwar, was die ununterbrochenfortschreitende Wechselwirkung und das tiefere Eindringen in die Seele desHörenden betrifft, gewiß der des Meisters so weit vorzuziehen, als der Schüleres ihm zuvortat in der bildenden Dialektik sowohl als im Reichtum und Um-fang der eigenen Anschauung. Da nun ungeachtet dieser Klagen Piaton von derersten Männlichkeit an bis in das späteste Alter so vieles geschrieben hat: so istoffenbar, er muß gesucht haben, auch die schriftliche Belehrung jener besserenso ähnlich zu machen als möglich, und es muß ihm damit auch gelungen sein.Denn wenn wir auch nur an jene unmittelbare Absicht denken, daß die Schriftfür ihn und die Seinigen eine Erinnerung sein solle an die ihnen schon ge-läufigen Ideen, so betrachtet Piaton alles Denken so sehr als Selbsttätigkeit,daß bei ihm eine Erinnerung an das Erworbene von dieser Art auch notwendigeine sein muß an die erste und ursprüngliche Art des Erwerbes. Daher schonum deswillen die dialogische Form, als notwendig zur Nachahmung jenes ur-sprünglichen gegenseitigen Mitteilens, auch seinen Schriften ebenso unent-behrlich und natürlich ist als seinem mündlichen Unterrichte. (Friedr.Schleiermacher, Einleitung zur Platon-Übersetzung, 1804.)

GRIECHISCHE NAMEN.

Die freundliche Humanität der Griechen zeigt sich schon in der Bedeutungihrer eigenen Namen. Es sind sehr wenige, die etwas ganz Schlechtes be-zeichnen, und selten einer, der gar nichts sagte, und dessen Bedeutung ging

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