von dem Dubs bis an die Saone und in dem südlichen Teile des Herzog-tums Burgund, alte Freunde der Stadt Rom, weil im Westen die mächtigenAverner und gegen Morgen die Sequaner ihre Feinde gewesen. Cäsar freutesich, auf die Einladung gallischer Völkerschaften zu tun, was zu unternehmener selbst sehr wünschte. Also überfiel und schlug er durch Labienus, den er vonGenf an sich gezogen, um die dritte Nachtwache die Tiguriner, welche nochjenseits des Flusses geblieben. Den folgenden Tag führte er die Legionen überden Fluß.
Des Verlustes erschraken die Helvetier nicht, aber sie bewunderten, wie Cäsaran einem Tag über den Fluß gekommen. Hierauf sandten sie Diviko, dengrauen Überwinder des Cassius, zu ihm. Diviko sprach: „Die Helvetier las-sen dem Cäsar sagen, wenn sein Volk Friede halte, so wollen sie den Zug indiejenigen Länder nehmen, welche Cäsar selbst ihnen anweisen werde; er sollsie nicht bekriegen, ohne zu bedenken, was sich vor Zeiten zugetragen; seinenVorteil über die Tiguriner soll er weder sich zu großem Ruhm noch ihnen zurUnehre rechnen; die Helvetier messen ihre Kräfte in offenbarem redlichemKampf; Cäsar soll nicht machen, daß diese Gegend durch sein Unglück be-rühmt werde." Cäsar antwortete: „Auch er komme, wenn er betrachte, wasdie Helvetier den Freunden der Stadt Rom in Gallien tun; erinnere sich dervorigen Zeiten, als die Römer mitten im Frieden ohne einige Ursache von denHelvetiern überfallen und hierdurch leicht beschimpft worden; er halte denbisherigen Flor ihrer Waffen für ein Glück, welches die Götter ihnen gestattet,auf daß das nahe Unglück desto empfindlicher sei; doch wolle er ihnen Frie-den geben, wenn sie den Häduern und Allobrogen Ersatz leisten, ihm aberGeisel ihrer Treue senden." Diviko erwiderte: „Die Helvetier geben keine Gei-seln; sie haben von ihren Vätern gelernt Geiseln empfangen; die Römer könn-ten es wissen."
Er ging hinweg. Das helvetische Lager brach auf. Cäsar folgte seinem Zugmit mehr als vierzigtausend Mann. Seine Reiterei, viertausend Mann stark,wurde von fünfhundert helvetischen Reitern in die Flucht geschlagen; denAnfang der Flucht machte Dumnorix, Führer des Zuzugs der Häduer. DieserMann verhinderte alle Anstalten, welche die Vorsteher seines Volkes für dasHeer Cäsars machten; er haßte und fürchtete den Fortgang der römischenHerrschaft. Mächtig war er in Gallien durch Verwandtschaften, Reichtum,die wohlberittene Menge seiner Anhänger, und besonders durch die Zunei-gung seines Volkes, für welches er sein Vermögen nie sparte: er wollte dieGallier frei erhalten oder selbst beherrschen. Cäsar konnte seine Denkungsartnach seiner eigenen beurteilen; also bediente er sich des Hasses und des Miß-trauens der Häduischen Regierung wider diesen Mann, um ihn unschädlichzu machen.
Vierzehn Tage lang zogen die Helvetier in schwerem langsamem Zug vorden Römern her; sie sprengten mehr als einmal in das Lager ihrer Feinde. AlsCäsar wegen Verproviantierung von ihnen ab, rechts nach der Stadt Bibractezog, wandten sie sich gegen ihn, ihn zu verfolgen oder ihm vorzukommen.Da sammelte Cäsar das Fußvolk auf einen Hügel und ordnete die Schlacht;indessen wurden die Feinde durch die Reiterei beschäftigt. Es wählte Cäsar
180