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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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des karthagischen Feldherrn seltener Geistesgröße und seiner überlegenenKriegskunst. Italien sah staunend seine Überwinder selbst besiegt. Hattenschon vorher die Gallier sich zu den Karthagern hingewendet, so folgte jetztdie Küste von Groß-Griechenland, darauf die Lucaner, die Bruttier, die Sam-niter, die Apulier; die Atellanen, die Calatiner, die Hirpiner fielen ab; diezweite Stadt Italiens, das stolze Capua ward gewonnen; ein karthagischesHeer erschien vor Rom; die römische Herrschaft in Italien schien zerstörtfür immer.

Schon acht Jahre wogte der Kampf ohne Entscheidung. Die Karthagerwurden heimisch in Italien, die Römer ermatteten im fruchtlosen Widerstand.Wohl konnten sie Vorteile im einzelnen erringen, und manche Stadt, selbstCapua und Syrakus, dem Feinde entreißen, aber Hannibal selber stand inder Feldschlacht unbesiegt, und Führer und Heere, die sich ihm entgegen-stellten, büßten nacheinander ihre Keckheit mit blutigem Untergang. Ja,in Hispanien, dessen Besitz in diesem Kampfe entscheidend war, fielen binnendreißig Tagen zwei der besten römischen Feldherrn an der Spitze ihrer Heere.Die Nachricht von diesem furchtbaren Mißgeschick beugte den Mut selbstkriegserfahrener Männer. Es ward gefühlt, daß bei bisheriger Art zu streitendie Römer langsam sich verbluten müßten, daß jetzt neue Heere aus Spaniendie Alpen überschreiten würden, daß kein Feldherr wäre, den unverrückt vomFeinde verfolgten Plan zu vereiteln. Da der Senat selber keinen Führerwürdig seiner Wahl erfunden, da das Volk den tüchtigsten bezeichnen sollte,da keiner nur gewagt, sich um diese hohe Ehrenstelle zu bewerben, so schienin der Tat alles Vertrauen, alle Siegeshoffnung in den Gemütern wie erstor-ben. Es erschien der Wahltag, und das Volk strömte in Haufen zusammenauf dem Marsfeld. Aber eine schwüle Stille herrschte, und bange ruhteder Blick der Bürger auf den Häuptern des Senats, von ihnen Rat und Trosterwartend. Doch auch diese schauten finster und ratlos vor sich hin; es warein Augenblick, wo schmerzlicher als je die allgemeine Not und Hilflosigkeitempfunden ward. Da trat rasch ein Jüngling auf und rief mit starker Stimme:er bewerbe sich um den Oberbefehl in Spanien. Es war eine edle Gestalt,lang wallte das Haar über seine Schultern, ein dunkles Feuer glühte in demAuge, und die Hoheit seines Wesens ergriff mit wunderbarer Gewalt dasGemüt der Bürger. Ein freudiges Erstaunen durchlief die Reihen, frohe Hoff-nung erfüllte aller Herzen, und einstimmig riefen die Tausende von Bürgern:Cornelius Scipio soll das Heer in Spanien führen!" (Franz Doroth. Gerlach,Historische Studien, 1841.)

DIE SCHLACHT BEI ZAMA.

Im Frühjahr 202 zog Scipio mit dem Hauptteil seiner Armee ins Bagradastal,um Massinissa mit seiner Reiterei an sich zu ziehen, unterwegs zur Strafealle Orte, auch wenn sie sich ergaben, schonungslos verwüstend. Ob Hanni-bal das Verhalten der Karthager gebilligt oder gar veranlaßt hat, wissen wirnicht; jetzt blieb ihm keine Wahl mehr, als die Entscheidungsschlacht zusuchen. So rückte er von Hadrumetum aus ins Binnenland vor. Auch

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