wandtheit, Waffenübung das Äußerste versuchten, hatten zwei der Römer,nachdem sie ihre Gegner schwer verwundet, einer nach dem anderen ihr Lebenausgehaucht, und es blieb der dritte übrig, den die drei Albaner als eine sichereBeute zu umringen eilten. Furchtbar tönte das Siegesgeschrei von drüben herüber.Herzzerreißend war die Klage der Besiegten. Aber noch gab der Horatier seineSache nicht verloren. Was durch offene Gewalt unmöglich war, das wollteer durch List erreichen. Er ergriff die Flucht. Was er erwartete, geschah.Die Gegner folgten, langsam oder schneller, nach ihrer Kräfte Maß. Als ersie in hinlänglicher Entfernung voneinander sah, kehrte er plötzlich um.Der erste Albaner fiel, durch den plötzlichen Widerstand überrascht; der zweite,schwer verwundet, leistete nur kurzen Widerstand; der dritte, den Tod vorAugen sehend, fiel wie ein Opfertier am Altar. „Die beiden ersten weihte ichden Rachegeistern meiner Brüder, du stirbst für die Torheit deines Volks,denn fortan wird der Römer über Alba herrschen." Mit diesen Worten stießder Horatier dem letzten Gegner das Eisen in die Brust. Jetzt erst erwachtedas römische Heer aus seiner Betäubung. Lang noch hallten die Berge widervon dem Freudenruf, der aus beklommener Brust entströmte. Alles eilte, denSieger zu begrüßen und ihn mit Kränzen zu umwinden, als Retter desVaterlandes zu preisen. Aber mit tiefem Schmerze erwartete das albanischeHeer die Befehle der Sieger. (Franz Doroth. Gerlach und J. J. Bachofen, DieGeschichte der Römer, 1851.)
DIE SCHLACHT VON HERAKLEIA.
Pyrrhos lagerte auf der linken Seite des Flusses, er ritt am Ufer hinauf; mitStaunen sah er jenseits das römische Lager; das sah nicht nach Barbaren aus.Solchem Feind gegenüber bedurfte es der Vorsicht; noch immer erwartete erden Zuzug der Bundesgenossen, und im feindlichen Lande schien der Feindbald Mangel leiden zu müssen; er beschloß, die Schlacht zu vermeiden. Ebendarum suchte sie der Konsul zu erzwingen; anzugreifen schien die kräftigsteErmutigung gegen das Grauen, das Pyrrhos' Name, die Phalangen, die Ele-fanten verbreiteten. Der Fluß trennte beide Heere; während der Übergangdes Fußvolks durch die Nähe eines feindlichen Korps behindert war, ließ derKonsul seine Reiterei weiter stromauf übergehen, jenem Korps in den Rückenfallen; bestürzt zog es sich zurück, öffnete dem römischen Fußvolk die Furt, dassofort hinüberzugehen begann. Schleunigst ließ der König sein Heer inSchlachtordnung rücken, die Elefanten vorauf; er stürmte an der Spitzeseiner 3000 Reiter gegen die Furt -— sie war diesseits schon von dem Feind inBesitz genommen —, gegen die römische Reiterei, die in geschlossenen Reihenanrückte; er selbst sprengte voran, eröffnete den bald furchtbaren Kampf,stets mitten im wildesten Handgemenge, stets mit größter Umsicht die Bewe-gung seiner Scharen ordnend — bis einer der Feinde auf schwarzem Pferde,der immer schon zu ihm vorzudringen gesucht, ihn erreichte, des KönigsPferd durchbohrte und, da der König mit zu Boden sank, selbst niedergerissenund durchbohrt wurde. Aber ein Teil der Reiter hatte bei ihres Königs Sturzkehrtgemacht. Pyrrhos eilte, seine glänzende Rüstung nach dem Rat derFreunde mit der unscheinbaren des Megakles zu tauschen, und während
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