Ebene. Alles stürzte den Bergen zu, die Schluchten füllten sich; das Gedrängealler Waffen und Nationen, der zermalmende Huf schlag der stürzenden Pferde,das Geschrei der Verzweifelnden, die mörderische Wut ihrer Todesangst unterden Klingen und Spießen der verfolgenden Makedonen und deren jubelndesSiegesgeschrei —- das war das Ende des glorreichen Tages von Issos. (Joh.Gust. Droysen, Geschichte Alexanders des Großen, 1833.)
ENTSCHEIDUNG ZWISCHEN ROM UND ALBA.
In beiden Heeren waren drei Brüder, an Alter und an Kräften gleich, andemselben Tag geboren und sich verwandt. Curiatier wurden die Albaner,die Römer Horatier genannt. Sie, vom Schicksal gleichsam auserlesen, fürdes Vaterlandes Ehre das Äußerste zu wagen, erklärten sich zum Kampf be-reit. Das Gesetz des Kampfes war: wessen Volkes Söhne siegen werden, demsoll die Herrschaft über seine Stammesgenossen sein. Nachdem der römischeFriedensrichter vom Könige die Vollmacht zur Abschließung des Vertrageserhalten und er vom Kapitol die Lorbeer-, öl- und Myrthenzweige herbei-geholt, durch deren Berührung die Person des Trägers heilig und unverletzlichward, so ernannte er zum Bevollmächtigten (pater patratus) den MarcusValerius, indem er Haar und Haupt mit den heiligen Zweigen ihm berührte.Dieser las sodann die Bedingungen des Vertrags ab, wie sie aufgezeichnet waren,und schloß mit den Worten: „Höre Jupiter, höre Bevollmächtigter von Alba,höre du, albanisches Volk! Diese Bedingungen, wie sie hier öffentlich vonAnfang bis zu Ende von jener Tafel vorgelesen worden sind, ohne List undsonder Gefährde, und wie sie hier, am heutigen Tage, richtig verstanden wor-den sind, werden von dem römischen Volk gehalten werden. Sollte es siezuerst verletzen, nach Beschluß der Gemeinde und in böser Ansicht, dann sollstdu, Jupiter, an jenem Tage das römische Volk so schlagen, wie ich heute diesesSchwein schlagen werde, und sollst dies in so stärkerem Maße tun, als dustärker und mächtiger bist."
Mit diesen Worten schlug er das Schwein mit einem Kieselstein. Auf gleicheWeise ließen auch die Albaner die Eidesformel durch ihren Diktator unddie Priester bestätigen. So war alles vorbereitet für den Tag des Kampfes,dessen blutige Entscheidung beide Völker, zwischen Hoffnung und Furchtgeteilt, erwarteten. Am festgesetzten Tage rückten früh am Morgen beideHeere aus und stellten sich vor dem Lager auf. In der Mitte blieb ein leererPlatz für die Kämpfenden bestimmt. Die Jünglinge erschienen im blitzendenWaffenschmuck mit Blumenkränzen, die Götter in Lobgesängen preisend,mit freudigem Zuruf von den Ihrigen begrüßt. Als sie einander zu Gesichtbekamen, grüßten sie sich mit freudigem Zuruf und umarmten sich im Ange-sicht des ganzen Heeres. Dann traten sie zurück, die Schwerter in der Handund der Kampf beginnt. Langes Schweigen ruhte auf den Heeren, lange Zeitvernahm man nur das Klirren der Waffen, bis der Schmerzruf eines Verwun-deten die lautlose Stille unterbrach. Da plötzlich lautes Wehklagen von dereinen, Frohlocken von der andern Seite. Und wirklich schien das Schicksal desTages entschieden. Nach einem hitzigen Schwerterkampf, in welchem Mut, Ge-
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