Persern eine Probe hellenischer Tapferkeit, deren Eindruck sich nicht vergessenließ. Ihr Grab wurde ein unvergängliches Denkmal heldenmütiger Bürger-tugend, welche den sicheren Tod wählt, um Eid und Pflicht nicht zu verletzen.(Ernst Curtius, Griechische Geschichte, 1887/88, 6. A.)
DIE SCHLACHT BEI SALAMIS.
So brach der Schlachttag an, der zwanzigste September (19. Boedromion).Es war ein heiliger Tag für Athen, denn am Abend desselben begann der Jak-chostag, an welchem das Bild des Gottes in großem Feierzuge nach Eleusisgetragen wurde und die Fackeln rings um die heilige Bucht erglänzten. Wäh-rend Themistokles die Seinigen zum entscheidenden Kampfe anfeuerte, kamdas Schiff mit den heiligen Bildern der Aeakiden von Aigina herüber. Glück-verheißend loderten die Opferflammen, und als gerade drei Gefangene einge-bracht wurden, verlangte das Kriegsvolk, daß sie der Weisung des SehersEuphrantides gemäß den Göttern geopfert würden. Die Kampflust steigertesich bis zur Wildheit, und als die Perser ihrer Gegner ansichtig wurden, er-blickten sie wider Erwarten ein streitfertiges Schiffsheer und hörten von Trom-petenschall und hellen Kriegsliedern die Felsen der Insel widerhallen.Auf beiden Seiten war man zum entschlossensten Kampfe gerüstet, denn derHellenen einzige Hoffnung war ja die Vernichtung des Feindes, und hinterihnen standen auf den Höhen von Salamis ihre Frauen und Kinder, deren dasschrecklichste Sklavenlos wartete, wenn nicht ein voller Sieg gewonnenwurde. Hinter der Perserflotte aber war auf dem Vorsprunge des BergesAigaleos der silberfüßige Thronsessel des Großkönigs aufgerichtet. Dort saßer inmitten seiner Truppen, von seinen Räten und Schreibern umgeben, nahegenug, die Gewässer zu überblicken, auf deren engem Räume sich Hundert-tausende zusammendrängten, und bereit, unverzüglich reichen Lohn sowie diefurchtbarste Strafe zu erteilen. Jeder Schiffsführer glaubte des Königs Augeauf sich gerichtet zu sehen; der Ehrgeiz wurde entflammt, namentlich bei denJoniern, von denen nur wenige sich absichtlich zurückhielten. Darum machtendie Perser mit großem Ungestüme den ersten allgemeinen Angriff, und dieHellenen wichen gegen Salamis zurück, doch in voller Ordnung, indem dieVorderteile der Schiffe den Feinden zugekehrt blieben. Dann gingen sie wie-der langsam vor, zuerst die Athener und Ägineten.
Wie in den homerischen Schlachten begann der Kampf mit einzelnen An-griffen; kühne Schiffsführer wagten sich vor und zogen die übrigen in dasHandgemenge herein. So wurde allmählich der Kampf allgemein, und dieVorteile, welche auf Seiten der Griechen waren, zeigten sich immer deut-licher. Denn die Barbaren, welche sich ganz auf ihre Masse verließen, kämpf-ten ohne Plan und Ordnung, während die Hellenen, namentlich die Äginetenund Athener, geschwaderweise zusammenhielten. Die Barbarenschiffe warenschwimmende Häuser, die mit Truppen besetzt waren; den Griechen war dasSchiff selbst eine Waffe: mit solcher Schnellkraft wußten sie die Feinde anzu-laufen. Der Mut wuchs mit jedem Stoße, der ein feindliches Schiff sinkenmachte, mit jeder glücklichen Streiffahrt, welche die Ruder der Gegner zer-
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