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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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haben, wenn die Blätter rein gearbeitet sind, am mehrsten Leben und dengrößten Reiz, und die gefugten, welche die Rinde nachahmen, erhöhen nochNatur und Leichtigkeit.

Der Plan des Ganzen ist zirkelrund, und der Durchmesser davon enthältmit der Dicke der Mauer zweihundertundfünfzig Palme und der Umfang sieben-hundertundfünfundachtzig. Die Mauern betragen achtundfünfzig Palme. DieHöhe hat gerade die Breite des Bodens, der Bogen innen von der außen in derbesten Proportion viereckigen Tür den fünften Teil dieses Maßes, und der Bogengegenüber, jetzt vom Hauptaltar, ist etwas größer, wodurch der Eingang un-merklicher erscheint.

In der Antike trugen ohne Zweifel die Karyatiden, wovon Plinius spricht;jetzt sind an deren Statt kleine, platte Säulen ohne einigen Vorsprung mit einemGesims darüber, worauf die Kuppel ruht. Man glaubt wegen der Arbeit, daßdie Veränderung unter den Antoninen und dem Kaiser Pertinax geschah. Esmuß ein paradiesischer Zauber an dem Auge des Himmels gewesen sein! Nunist das ehemalige junge, blühende Gesicht im reizenden Schmuck gewisser-maßen zur Matrone im Trauerschleier geworden; doch dauert die erhabneForm noch und hält die Moden und Sitten aller Zeiten aus, wie wahre Schönheit.(Wilhelm Heinse, Ardinghello, 1787.)

RELIGION UND STAAT ALS URSPRUNG DER GRIECHISCHEN KUNST.

Die Gottheit zu erkennen in der lebendigen Kraft der Natur war kein aus-schließendes Vorrecht der Griechen; auch andere sinnige Völker haben dieeinzelnen Strahlen des göttlichen Wesens, abgetrennt durch ihren gemein-samen Mittelpunkt, als Götter verehrt; und es kann in dieser Rücksicht denGriechen schwerlich ein anderer Vorzug eingeräumt werden, als daß sie beiregerer Phantasie und tieferem Gefühl inniger als andre, in jeder kräftigenoder holden Erscheinung ein göttliches Leben spürten. Das aber war ihneneigentümlich, daß sie unter allen Erscheinungen der Natur den Menschen alsdie erste und herrlichste auszeichneten und in seiner Gestalt die höchste sinn-liche Offenbarung des göttlichen Wesens erkannten. Wenn also in andernKlimaten der Polytheismus seine Altäre und Tempel durch bedeutungsvolleUngestalten entehrte, vor deren Gestalt das Göttliche zu fliehen scheint, soschuf der Grieche Gott nach seinem Ebenbilde, als dem reinsten Symbol dergöttlichen Natur, und gesellte jeder Erscheinung, in welcher er Gottes besee-lenden Atem fühlte, ein Wesen zu, das ihm in menschlicher Hülle als ein Gegen-stand menschlicher Neigung entgegentrat. So heftete die Religion, welcheihrer allgemeinen Natur nach in die Unermeßlichkeit des gestaltlosen Un-endlichen versenkt, den Blick der Hellenen auf die Beschränkung der mensch-lichen Gestalt, und der plastische Sinn, welcher mit der Kindheit der Völkerzu entschwinden pflegt, ward bei den Griechen durch die Religion festgehalten.Dieser Ursprung ist aber auch als die Quelle der Idealität anzusehen, und wenneiner der Alten sagt, daß die höhere Natur der Götter überhaupt in die Kunst über-gegangen ist, weil die Kunst von den Göttern verliehen worden, so kann besonders

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