Buche vom Ruhm der Athener diese große Schwäche derselben nicht, indemer nach der Aufzählung des tragischen Pompes fortfährt: „Darauf hinschauendsagte der Lakedämoner nicht übel, die Athener fehlten gewaltig, indem sieden Ernst auf Scherz verwendeten, großer Heere Marschgelder für das Theaterverschwendeten. Denn wenn man jedes Schauspiel berechnet, wie teuer eszu stehen kam, so findet sich, das Volk habe mehr auf Bacchen und Phönissenund Ödipusse und Antigonen und der Medea und Elektra Unheil verwandt,als auf die Kriegführung für Hegemonie und Freiheit gegen die Barbaren."Wie kostspielig die Feste des Staates und seine Ausgaben dafür waren, kannman schon danach beurteilen, daß der Demos Plotheia für sich zu den Aphro-disien 1200 Drachmen, zu den Anakeien gleichfalls 1200, wahrscheinlichebensoviel zu den Apollonien, und halbsoviel zu den Pandien aufwandteund noch 5000 Drachmen für Opfer an seine Schatzmeister anwies; außer-dem zahlte er 7000 Drachmen ins Herakleion. (August Böckh, Die Staats-haushaltung der Athener, 1806.)
DIE HOCHZEIT VON SUSA.
Alexander war mit seinem Heere, etwa Februar 324, in Susa eingerückt.Bald nach ihm traf auch Hephaistion ein mit den übrigen Truppen, den Ele-fanten und der Bagage, und Nearchos führte die Flotte, die ohne weitere Fähr-lichkeit die Küste des Persischen Meeres umschifft hatte, den Strom hinauf.Die Satrapen und Befehlshaber kamen den königlichen Befehlen gemäß mitihrem Gefolge, es kamen die Fürsten und Großen des Morgenlandes, vomKönige geladen, mit ihren Frauen und Töchtern zur Residenz; von allen Seitenströmten Fremde aus Asien und Europa herbei, um den großen Festlichkeiten,die in Susa vorbereitet waren, beizuwohnen.
Es galt ein wunderbares, im Laufe der Jahrhunderte einziges Fest zu be-gehen. In der Hochzeitfeier von Susa sollte sich die Verschmelzung des Abend-und Morgenlandes, der hellenistische Gedanke, in dem der König die Kraftund die Dauer seines Reiches zu finden gedachte, vorbildlich vollenden.Die Beschreibung dieses an Kraft und Feierlichkeit alles übertreffendenFestes geben die Augenzeugen etwa in folgender Weise: das große königlicheZelt war zu diesem Feste hergerichtet; die Kuppe desselben, mit bunten, reichgestickten Stoffen überbreitet, ruhte auf fünfzig hohen, mit Gold und Silberüberzogenen, mit kostbaren Gesteinen ausgelegten Säulen; rings diesen Mittel-raum umschließend hingen kostbare, golddurchwirkte, mit vielfachen Schilde-reien durchwebte Teppiche von gold- und silberbelegten Stäben herab; der Um-fang des ganzen Zeltes betrug vier Stadien. Inmitten des Saales war die Tafelgedeckt, auf der einen Seite standen die hundert Divans der Bräutigame, aufsilbernen Füßen ruhend, mit hochzeitlichen Teppichen überbreitet, nur der desKönigs in der Mitte von Gold; ihnen gegenüber die Plätze für die Gastfreundedes Königs; rings umher die Tafeln für die Gesandtschaften, für die Fremdenim Lager, für Heer und Schiffsvolk. Dann gaben die Heertrompeten vomköniglichen Zelte her das Zeichen zum Beginn des Festes; die Gäste des Königs,es waren neuntausend, setzten sich zum Mahle. Und wieder verkündete das
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