Schmettern der Trompeten durch das Lager, daß der König jetzt den Götternspende; mit ihm spendeten seine Gäste, jeder aus goldener Schale, dem Fest-geschenk des Königs. Dann wieder eine Fanfare, und nach persischer Sittetrat der Zug der verschleierten Bräute herein, und die Fürstentöchter gingenjede zu ihrem Bräutigam; Stateira, des Großkönigs Tochter, zu Alexander,ihre jüngere Schwester Drypetis zu Hephaistion, dem Liebling des Königs,Oxathres' Tochter Amastris, des Großkönigs Nichte, zu Krateros, des medischenFürsten Atropates Tochter zu Perdikkas, des greisen Artabazos Tochter Arta-kama zum Lagiden Ptolemaios, dem Leibwächter, und ihre Schwester Artonis zuEumenes, dem Geheimschreiber des Königs, die Tochter desRhodiers Mentor zuNearchos, die Tochter des Spitamenes von Sogdiana zu Seleukos, dem Führerder jungen Edelscharen, und so die anderen, jede zu ihrem Bräutigam.Fünf Tage nacheinander folgten Feste auf Feste; von den Gesandtschaften,von den Städten und Provinzen des Reichs, von Bundesfreunden aus Asienund Europa wurden dem Könige unzählige Hochzeitsgeschenke überreicht,allein an goldenen Kränzen 15000 Talente. Und er wieder gab mit vollenHänden; viele von den Bräuten waren elternlos; er sorgte für sie wie ein Vater;allen gab er königliche Mitgift, allen, die sich mit an diesem Tage vermählt,überreiche Geschenke, allen Makedonen, die asiatische Mädchen gefreit —mehr den 10 000 schrieben ihre Namen auf —, gab er Aussteuer. (Joh. Gust.Droysen, Geschichte Alexanders des Großen, 1833.)
DER FESTZUG IN DER RÖMISCHEN SIEGESFEIER.
Im Festzug begab man sich nach dem zwischen Palatin und Aventin abge-steckten und mit einer Arena und Zuschauerplätzen versehenen Rennplatz:voran die ganze Knabenschaft Roms, geordnet nach den Abteilungen der Bür-gerwehr zu Pferde und zu Fuß; sodann die Kämpfer und die früher beschrie-benen Tänzergruppen, jede mit der ihr eigenen Musik; hierauf die Diener derGötter mit den Weihrauchfässern und dem anderen heiligen Gerät, endlichdie Bahren mit den Götterbildern selbst. Das Schaufest selbst war das Ab-bild des Krieges, wie er in ältester Zeit gewesen, der Kampf zu Wagen, zuRoß und zu Fuß. Zuerst liefen die Streitwagen, deren jeder nach homerischerArt einen Wagenlenker und einen Kämpfer trug, darauf die abgesprungenenKämpfer; alsdann die Reiter, deren jeder nach römischer Fechtart mit einemReit- und einem Handpferd erschien; endlich maßen die Kämpfer zu Fuß,nackt bis auf einen Gürtel um die Hüften, sich miteinander im Wettlauf, imRingen und im Faustkampf. In jeder Gattung der Wettkämpfe ward nur ein-mal und zwischen nicht mehr als zwei Kämpfern gestritten. Den Sieger lohnteder Kranz, und wie man den schlichten Zweig in Ehren hielt, beweist die ge-setzliche Gestattung, ihm denselben, wenn er starb, auf die Bahre zu legen.(Theodor Mommsen, Römische Geschichte, 1854/56.)
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