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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
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neben Charikles, der auch hinzugetreten war, ohne vor der Menge der Zu-schauer etwas sehen zu können.Er ist die Seele des Gymnasiums." Chariklestrat auf die Spitzen der Füße und erblickte den Kopf des einen Kämpfenden.Es war in der Tat der Freund, der mit einem andern rang. Aber jetzt hatteauch schon der Kampf sein Ziel gefunden. Ktesiphon hatte geschickt dieBlöße des Gegners wahrgenommen und mit dem Fuße das Bein wegziehendihn zum Fallen gebracht. Ein lautes Freudengeschrei erscholl; der Kreisöffnete sich etwas, und Charikles begrüßte den Freund, der gern seine Auf-forderung, auch mit ihm sich zu messen, annahm. Ktesiphon war zwar anKraft unstreitig überlegen; allein auch Charikles rang mit solcher Vorsichtund Benutzung aller ihm sich darbietenden Vorteile, daß. der Kampf eineziemliche Weile dauerte und, als der erstere dennoch Sieger blieb, er wenig-stens das Lob eines trefflich geübten Ringers erhielt. Die Freunde gingen Armin Arm zu dem Bade, und dann eilte Charikles, zu Phorions Hause zu gelangen.(Wilh. Ad. Becker, Charikles, 1840.)

DIE GRIECHISCHE RINGSCHULE.

Was heutzutage die natürliche Entwicklung jedes gesunden und munterenJungen mit sich bringt, daß er frühzeitig an seinen Spielgenossen die obenbeschriebenen zwei einfachen Arten des Ringkampfes erproben mag, nämlicheinen Kampf im Stehen und einen andern im Liegen oder vielmehr im Herum-wälzen , dieses echte und natürliche, damals nicht durch ganz verkehrte Be-griffe von Artigkeit und Schicklichkeit im Kindesleben verkümmerte odergänzlich geraubte Glück der Kinderjahre und der freien köstlichen Spieljahredes Knaben, genossen im Altertum nicht etwa nur kräftige aber halb verwahr-loste Dorfjungen, sondern die gesamte griechische und römische Knabenweltübte dies alles naturgemäß, wie wir früher in den Spielen sahen, und mittelsder eben geschilderten Unterweisung in der Palästra. Indem der Pädotribe(Hauptlehrer der Ringschule) die natürliche Lust zu Kämpfen und Kraft-proben bändigte und regelte und im Einklang mit der körperlichen Entwick-lung modifizierte und steigerte, wechselten Spiel und Ernst, Erholung undArbeit, leibliche und geistige Tätigkeit in frühzeitiger und unablässiger Übung,die schließlich ihren Ausgangspunkt allerdings im öffentlichen Agon hatte,das heißt in dem brennenden Wetteifer, des Vaterlandes und des StammesEhre in der großen Nationalversammlung bei den heiligen Spielen zu schirmenund zu mehren, und nicht in dem bloßen ruhigen und behäbigen Bewußtseindes eigenen inneren Wertes; die aber doch wenigstens geeignet war, die schlum-mernde Begabung des Jünglings zu wecken und den Stolz, einem solchenKreise von Bürgern anzugehören, auch zu Taten zu spornen und zu Leistungen,die, wenngleich in weniger als drei Jahrhunderten erblüht, dennoch alshelle-nische Bildung", wie dies Perikles, nach dem Berichte bei Thukydides, mitprophetischem Auge vorausgesehen, auf immerdar werden angestaunt werdenmüssen. Mit einem Worte (heißt es gegen den Schluß jener berühmten Rededes Perikles über Athen): Ganz Athen ist eine Schule Griechenlands und jedereinzelne von uns ist nach seiner Ansicht imstande, sich für alles mögliche

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