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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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köpfe, sondern an den der Körperformen des sogenannten Theseus des Parthe-nongiebels, die selbst in einem geringen Holzschnitt auf mich wirkten.Das körperliche Ideal, von dessen Ausprägung in der Kunst des fünftenJahrhunderts wir sprechen, ist nur das der männlichen Figur. Denn dasherrschende Ideal von Kraft und gespannter Energie ließ sich natürlich amvollkommensten nur in der unbekleideten männlichen Gestalt darstellen.Jenes Ideal war aber so mächtig, daß es auch die Bildung der weiblichen Ge-stalt in seinen Kreis zog. Die Frauenfigur wird, sowohl in den seltenen Fällen,wo sie unbekleidet erscheint, wie in dem gewöhnlichen gewandeten Auftretenjenem männlichen Ideale soviel wie möglich angenähert, also schlank, mitschmalen Hüften, breiter kraftvoller Brust und gespannter straffer Muskulaturgebildet.

Die ganze ältere griechische Kultur steht unter dem Zeichen jenes männ-lichen Ideals. Als höchstes Ziel gilt durchaus die Ausbildung männlicherEnergie und Kraft. Aber auch die Fähigkeit zu genießen wendet sich nachdieser Richtung; das erreichte Ziel, der gymnastisch ausgebildete männlicheKörper, wird bewundert und genossen vom fühlenden Auge. (Ad. Furtwäng-ler, Die Bedeutung der Gymnastik in der griechischen Kunst, 1905.)

ATTISCHES GYMNASIUM.

Der junge Mann wanderte in froher Erinnerung früherer Zeit zu dem Toredes Diochares hinaus durch die Gärten hin nach dem Lykeion. Er fand dasGymnasium zahlreich besucht. In den Sälen, welche das Peristyl umgaben,waren größere und kleinere Kreise junger und älterer Leute in mannigfaltigerUnterhaltung begriffen. Hier hatte ein Sophist unter seinen Schülern Platzgenommen, das Für und Wider einer ethischen Lehre fragweise erörternd.Der große Halbkreis der Marmorbank, auf der er saß, faßte die Zuhörer nicht.Ebenso viele standen vor ihm, der Weisheit lauschend, die aus seinem Mundeging. Dort ging ein Rhetor kritisch die von einem seiner Schüler ausgearbei-tete Rede durch. An mehreren Orten hatten sich Kreise gebildet, in denen vonden großen Begebenheiten in Asien gesprochen wurde. Es waren eben neueNachrichten von dem makedonischen Heere eingetroffen, welche das Fort-schreiten der Belagerung von Tyrus verkündigten, und manche suchten ihretopographischen Kenntnisse an den Tag zu legen, indem sie mit ihren Stöckenein Bild der Stadt und ihrer Lage in den Sand zeichneten. Auf dem großenfreien Platze waren andere in den mannigfaltigsten Übungen begriffen, wäh-rend manche schon hier dem warmen Bade, dort dem kühlen Wasserbeckenzueilten oder im Eläothesion die Glieder mit dem lauteren öle schmeidigten.Charikles schritt durch die Palästra hindurch zu den Übungsräumen imFreien. Da wetteiferten mehrere im Laufe unter lautem Zurufe der Zuschauer,welche bald den, bald jenen anfeuerten. Andere standen zum Sprunge bereit,die Springgewichte in den Händen haltend. Auf der freien Bahn neben demXystos schien ein besonders interessanter Kampf stattzufinden. Ein dichterKreis von Zuschauern hatte sich gebildet, und viele gingen wieder hinweg,während andere hinzuströmten.Das ist gewiß Ktesiphon", rief eine Stimme

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