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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
Seite
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AUSWANDERUNG AUF DEN HEILIGEN BERG.

Als im Jahre 259 für einen gefahrvollen Krieg die Aushebung veranstaltetward, weigerte sich die Pflichtige Mannschaft, dem Gebot zu folgen, sodaßder Konsul Publius Servilius die Anwendung der Schuldgesetze vorläufig sus-pendierte und sowohl die schon in Schuldhaft sitzenden Leute zu entlassenbefahl als auch den weiteren Lauf der Verhaftungen hemmte. Die Bauernstellten sich und halfen den Sieg erfechten. Heimgekehrt vom Schlachtfeldbrachte der Friede, den sie erstritten hatten, ihnen ihren Kerker und ihreKetten wieder, mit erbarmungsloser Strenge wandte der zweite Konsul,Appius Claudius, die Kreditgesetze an, und der Kollege, den seine früherenSoldaten um Hilfe anriefen, wagte nicht, sich zu widersetzen. Es schien, alssei die Kollegialität nicht zum Schutz des Volkes eingeführt, sondern zur Er-leichterung des Treubruchs und der Despotie; indes man litt, was nicht zuändern war. Als aber im folgenden Jahr sich der Krieg erneuerte, galt dasWort des Konsuls nicht mehr. Erst dem ernannten Diktator Manius Valeriusfügten sich die Bauern, teils aus Scheu vor der höheren Amtsgewalt, teils imVertrauen auf seinen populären Sinn. Die Valerier waren eines jener altenAdelsgeschlechter, denen das Regiment ein Recht und eine Ehre, nicht einePfründe dünkte. Der Sieg war wieder bei den römischen Feldzeichen, aber alsdie Sieger heimkamen und der Diktator seine Reformvorschläge dem Senatvorlegte, scheiterten sie an dem hartnäckigen Widerstand des Senats. Nochstand das Heer beisammen wie üblich vor den Toren der Stadt. Als die Nach-richt hinauskam, entlud sich das lange drohende Gewitter. Der Korpsgeistund die geschlossene militärische Organisation rissen auch die Verzagten undGleichgültigen mit fort. Das Heer verließ den Feldherrn und seine Lagerstattund zog geführt von den Legionskommandanten, den wenigstens großenteilsplebejischen Kriegstribunen, in militärischer Ordnung in die Gegend von Crustu-meria zwischen Tiber und Anio, wo es einen Hügel besetzte und Miene machte,in diesem fruchtbarsten Teil des römischen Stadtgebiets eine neue Plebejer-stadt zu gründen. Dieser Abmarsch tat selbst den hartnäckigsten Pressernauf eine handgreifliche Art dar, daß ein solcher Bürgerkrieg auch mit ihremökonomischen Ruin enden müsse. Der Senat gab nach. Der Diktator ver-mittelte das Verträgnis, die Bürger kehrten zurück in die Stadtmauern, dieäußerliche Einheit ward wiederhergestellt. Das Volk nannte den ManiusValerius seitdem denGroßen" (Maximus) und den Berg jenseit des Aniodenheiligen". Wohl lag etwas Gewaltiges und Erhebendes in dieser ohnefeste Leitung unter den zufällig gegebenen Feldherren von der Menge selbstbegonnenen und ohne Blutvergießen durchgeführten Revolution, und gernund stolz erinnerten sich ihrer die Bürger. Empfunden wurden ihre Folgendurch viele Jahrhunderte: ihr entsprang das Volkstribunat. (Theod. Momm-sen, Römische Geschichte, 1854/56.)

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