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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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alle Menschen für unsere Gaugenossen und Mitbürger halten sollen, und einLeben und eine Ordnung sei, wie in einer vereint weidenden, auf allgemein-samer Trift sich nährenden Herde." Zum ersten Male dehnt sich über dieVölker, Griechen wie Barbaren, der Begriff einer Gemeinsamkeit aus; zumersten Male treten die verschiedenen staatlichen Bildungen auf gemeinsamerBasis, in gegenseitiger Anerkennung zueinander; es zeigen sich die Anfängeeines Staatensystems, dessen Einfluß sich über den Kreis der hellenisiertenWelt hinaus geltend zu machen sucht, bis er dann an der universalen Ten-denz der römischen Republik seine Schranke und endlich seinen Untergangfindet. (Joh. Güst. Droysen, Geschichte des Hellenismus, 1836/43.)

DAS SPÄTE GRIECHENLAND.

Als in dem Zeitalter der Antoninen Pausanias Griechenland durchreiste,fand er, bei zahlreichen Überbleibseln des vormaligen Glückes, eine weit grö-ßere Anzahl von Erinnerungen an erlittene Übel. So wie nach dem Glaubendes Altertums die Götter den Mauern entweichen, welche der Arm ihrerBürger nicht mehr verteidigen kann, so war durch den Zepter makedonischerHerrscher und die härteren Rutenbündel römischer Prokonsuln die alte, götter-gleiche Hoheit aus dem unverteidigten Lande verscheucht worden. Die Kraftdes vormals edlen Volkes war gebrochen; seine blühenden Fluren lagen ver-ödet; über den Gefilden seines Ruhmes schwebte die Trauer. Megalopolis,die jüngste aller hellenischen Städte, war fast aller ihrer Zierden beraubt, undwo ehedem Tempel und Gymnasien gestanden hatten, weideten jetzt auffetten Wiesen Herden von Rossen und Maultieren. Das alte goldreiche My-kenä war bis auf die Spuren seiner kyklopischen Mauern von der Erde ver-schwunden; das stolze Thebä, die Siegerin bei Leuktra und Mantinea, war inTrümmern zerfallen; Delos, einst der Mittelpunkt des hellenischen Gottes-dienstes, war, bis auf die schönen Erinnerungen aus alter Zeit, den schlech-testen Felsen aus dem Archipelagos gleich. Auch die erhaltenen Städteglichen doch nur einem Schatten ihrer selbst, und in ihren vormals belebtenStraßen regte sich nur ein mattes und dürftiges Leben. Allerdings zwar bil-dete der Anblick dieses Zustandes mit der Erinnerung an die alte Herrlichkeiteinen schmerzlichen Gegensatz; aber der besonnene Reisende tritt dem weh-mütigen Gefühl mit ernster Betrachtung entgegen:Die Gottheit", sagt er,hat diese berühmten Städte in Nichts verwandelt; doch wundere ich michnicht darüber, weil ich weiß, daß das Schicksal immer Neues zu schaffen strebt,und das Schwache wie das Starke durch die Kraft der Notwendigkeit um-wandelt." (Friedr. Jacobs, Über den Reichtum der Griechen an plastischenKunstwerken und die Ursachen desselben, 1810.)

DIE GÖTTLICHE SENDUNG ROMS.

Der Stadt Rom sichern sieben heilige Unterpfänder, die pignora imperii,ewige Dauer, der konische Stein, der tönerne Jupiterwagen von Veji, die

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