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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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den Kampf mit dem mächtigen Herrscher von Asien bestanden und später alsleuchtendes Vorbild den übrigen Hellenen die Bahn der Ehre und des Ruhmesbezeichnet. Denn daß dem aufopfernden Mute der Athener und ihren einsichts-vollen Führern zumeist der siegreiche Erfolg der Waffen zuzuschreiben sei,das ist weder den Barbaren unbekannt geblieben, noch hat das Zeugnis derGeschichte darin sich irren lassen. Somit waren die Athener tatsächlich desverbündeten Hellas Haupt geworden, und wenn der früheren Sitte wie demäußeren Anschein nach Sparta noch die Leitung führte, so ließ für die Dauersich nicht verhehlen, wo die überwiegende Kraft und der eigentliche Brenn-punkt alles Strebens sei. Auf diese Weise ward die ganze Stellung des athe-nischen Staates verändert. Wohl waren die Athener auch früherhin durchdie engen Grenzen einer mäßigen Landschaft eingeengt, auf die See gewiesen.Wohl hatte ihr Seehandel bereits über das Ägäische Meer und bis nach Thrakiensich ausgebreitet, und schon hatte ihre Flotte Kleinasien bedroht, als sie denstammverwandten Joniern in dem fruchtlosen Kampfe für die Wiedergewin-nung der Freiheit Hilfe leisteten. Aber was damals als die kecke und rascheTat der freiheitsstolzen Bürgerschaft erschien, das war jetzo als Mittelpunktder athenischen Staatskunst hingestellt, und der fortgesetzte Kampf gegenden Erbfeind des hellenischen Namens: wie er einen großen Teil der Seestaatenum Athen vereinigte, so hat er in den Bürgern selber ein stolzes Selbstgefühlerzeugt. Somit war eine höhere Lebensrichtung dem Volk gegeben, das Stre-ben der Einzelnen wie der Gesamtheit hatte ein würdiges Ziel gefunden; dasstete Ringen, um dasselbe zu erreichen, und der ununterbrochene Kampf mitfeindseligen Elementen erzeugte ein anderes Geschlecht.Das Volk, im Bewußtsein bewiesenen Heldenmutes und rühmlich voll-brachter Tat, trat hervor aus den Schranken, in die es Herkommen, Gewohn-heit und Mißbrauch der Gewalt gebannt hatten: das Gefühl erfüllter Bürger-pflicht weckte stärker den Gedanken an Bürgerrechte; Ruhm, Ehre und Machtsollten gemeinsames Eigentum werden, wie die Gefahr gemeinsam auchgewesen war. Die Reichen und Edlen, im langjährigen Besitz bedeutender Vor-rechte, erkannten mit Staunen die erwachende Volkskraft und mit ihr die An-forderung einer gesteigerten Tätigkeit. Weder ruhmwürdige Ahnen, edlesBlut, noch alter Zeiten frommer Brauch mochten ferner genügen. EigeneKraft und geistige Trefflichkeit konnten damals allein eine Stelle sichern inder regsamen Lebensfülle des athenischen Volks. Also, während die einenrangen nach Gütern, deren sie sich würdig erkannten, die anderen kämpftenfür die Behauptung von Rechten, die sie lange besaßen, entzündete sich eingeistiger Wettkampf um der Trefflichkeit Preis. Und nach allen Richtungen hindes vielgestaltigen Lebens strahlte die leuchtende Flamme des Geistes, und eserschien im wundersamen Einklang und in hoher Vollendung die Eigentüm-lichkeit des hellenischen Volkes. Bürgersinn und Geistesadel, Manneskraftund Tatenfülle, des Wissens Ernst und Tiefe und der Künste heiteres SpielWaren nicht mehr geteilte Richtungen des sterblichen Lebens, sondern demgleichen Stamme entwachsen, trat Gedanke und Tat vereinigt hervor undstrebte innig vereint einem hohen Ziele entgegen. (Franz Doroth. Gerlach,Historische Studien, 1841.)

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