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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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stens in einem sekundären und kultlich momentanen und wird deshalbfähig, die wesentlichen Kräfte des Leibes in sich aufzunehmen und neuzu binden.

Wo man gleichwohl eine Verachtung des Leibes zu vernehmen glaubt, mußman bedenken, daß Piatons Seele alle Kräfte des Leibes aufgenommen hatund alsKörper" den nur der Materie unterworfenen rein passiven Stoff übrig-ließ; deshalb darf man den Platonischen nicht an dem altgriechischen Leibeabwägen, denn der Platonische Leib heißt Seele. Nicht erst im Timäus, wo dieüberpersönliche und das All umfangende Seele andere Herkunft hat, auchschon im Phädrus, Philebus und der Politeia umfängt die Platonische Seeleals Mutter und Gefäß die ganze Macht der Leiblichkeit, Mut und Begierdemit Hunger und Durst, mitTrieben, Begierden und der Herrschaft über allesLebendige", und sie erscheint als so enges Gefüge von Geist und Körper, daßsie, die doch im Wesen körperlos, vom beigesellten Körper in Wert undHaltung auf alle Zeit verändert werden kann. So begegnen die Bindungender Seele zum Körper denen des Körpers zur Seele, und die kreuzendenFäden weben ein unentwirrbar einheitliches Tuch. (Heinrich Friedemann,Piaton, seine Gestalt, 1914.)

SAPPHO, DIOTIMA UND SOKRATES.

Abgerissen von diesem religiösen Hintergrunde bleibt die Erscheinung der

lesbischen Frauen ein unnahbares Rätsel-------, Erhebung aus den tieferen

Stufen der Sinnlichkeit, Läuterung der physischen zu psychischer Schönheitist auch hier das einzige Ziel. Auf Erziehung ihres Geschlechts ist SapphosBestreben gerichtet, daraus entstehen alle Freuden und Leiden ihrer durchEros zu stets neuem Wirken und Schaffen, Ringen und Jagen begeistertenSeele.-------Mit ruheloser bebender Seele wirbt Sappho um die Gegen-liebe der Mädchen ihres Volkes; sie, die größere, bemüht sich dienend um diegeringern. Und nicht einer allein widmet sie ihre Sorge, zu allen treibt sieEros; die Erhebung und Erziehung des ganzen Geschlechts ist ihre Aufgabe.Wo immer sie leibliche Schönheit findet, treibt sie Eros, auch die geistigezu erzeugen. Seine Tat sind ihre Lieder, seine Wirkung der Wahnsinn ihresHerzens, der Größeres wirkt als menschlich-nüchterne Besonnenheit. Derreligiösen Natur dieser Erregung entspricht das Ziel, auf welches die Dich-terin immer und immer wieder hinweist. Dem Ungeregelten, dem Anmut-losen selbst in der Kleidung und äußeren Erscheinung tritt sie entgegen;ihr ist die Schönheit nur eine, der Mittelpunkt ihrer ganzen Geisteswelt, derAusgangspunkt jeder Veredelung. Aber über der leiblichen wird die geistige

gepriesen und als letztes Ziel des Strebens hingestellt.--------Jeder die

Harmonie orphischen Lebens störenden Leidenschaft tritt sie strafend ent-gegen, der züchtige Blick ist ihr Beweis der inneren Zucht der Seele, diesie als den höchsten Schmuck des Weibes preist. So von den niedern zuden höhern Erscheinungen aufsteigend, das Körperliche vergeistigend unddas sinnliche Leben selbst zur Grundlage des psychischen erhebend, führtsie das Mädchen über die Grenzen des leiblichen Daseins hinaus, eröffnet

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