schlug, in Afrika den großen Namen Catos und die Waffen des Juba besiegte,fünfzig Schlachten lieferte, worin elfhundertzweiundneunzigtausend Mann ge-blieben sein sollen, bei dem allem nach Cicero der größte Redner, für Geschicht-schreiber ein unübertroffenes Muster, gelehrt auch über Grammatik undAuspizien schrieb und große Pläne der Gesetzgebung und Ausbreitung desReichs bei beschleunigtem Tod wenigstens im Andenken ließ. So wahr ist's,daß den Menschen die Zeit nicht fehlt, sondern der Wille, sie zu benutzen.Cäsar hatte nicht jene scheinbare Erhabenheit kalter Menschen über Leiden-schaften, wofür sie keinen Sinn haben; er kannte ihre Macht, genoß der LustUnd wurde nicht ihr Sklave. Im Krieg zeigte sich keine Schwierigkeit, derenGegenmittel ihm nicht eingefallen wäre, keine Kriegslist, welche er nichtvermittels unerwarteter Wendungen zu vereiteln gewußt hätte. Seine Kriegs-"laximen waren einfach und entscheidend; zu den Soldaten redete er zuver-sichtlich über die Gründe seiner Hoffnung zu siegen. Überhaupt gibt Ciceros einen Reden das Zeugnis, „daß sie einem aus reiner Quelle silberhell fließendenBach zu vergleichen waren, daß, wenn Cäsar sie schmücken wollte, er unverbesser-liche Gemälde in dem besten Lichte darstellte, daß der Charakter des Ausdrucks,^r Stimme, der Aktion edel und von sachwalterischen Künsten entferntgewesen sei". So bezeichnet er in seinem Geschichtbuch jeden Gegenstandm it dem angemessensten Ausdruck; die seltenen Betrachtungen sind in seinergroßen Manier und hin und wieder Züge unbeleidigender Ironie; er schriebdieses Werk schnell und (wie Quinctilianus mit Recht urteilt) „in gleichemGeist, womit er gestritten". Seine Soldaten nannte er „Kriegsgesellen"; dietapfersten pries er öffentlich; in Gefahren erinnerte er sie deren, die sie mit•hm vorhin glücklich bestanden, seiner Liebe für sie, deren, die er von ihnenerwarte, die sie ihm so oft bewiesen, seiner Sorgfalt, womit er den Erfolg nungesichert habe. In der Tat waren sie ihm so ergeben, daß in einem wichtigenFall der statt seiner Kommandierende nichts Stärkeres zu sagen wußte als:„Soldaten stellt euch vor, Cäsar sehe euch." Die zehnte Legion hatte er imAnfang seiner Taten besonders gewonnen: als ein großes deutsches HeerUnter dem Fürsten Ariovist einige Furcht verbreitete, hielt er jene meisterhafteRede, worin — da er ihnen bemerkt, wie ungebührlich er finde, daß sie überdie Art und Kunst ihrer Feinde sich Sorgen machen, die nur ihm zukommen~~ er am Ende bezeugt, „daß wenn alle ihn verlassen, er allein an der Spitzeseiner zehnten Legion, auf die er traue, den Feind angreifen werde". Dief-egion dankte, daß er ihre Gesinnungen so richtig beurteilt; sie bezeugte,l hm ewig ergeben zu sein; die Offiziere der übrigen Legionen wußten nichtgenug ihren Schmerz auszudrücken, daß Cäsar einen Augenblick an ihnenhabe zweifeln können, worauf der Wetteifer den Feind besiegte. Ein andermal,da er sein Heer unruhig fand, bediente er sich seiner Zuversicht: „Es ist wahr,Juba zieht wider uns; er hat zehn Legionen, dreihundert Elefanten, dreißig-tausend Pferde, hunderttausend Leichtbewaffnete; aber der erste, der sicher über bekümmert, den überlasse ich in einem elenden Kahn dem Spielder Wellen des Meers." Einen Soldatenaufruhr stillte er mit einem Wort,als _ er anstatt „Kriegsgesellen" sie bloß „Bürger" (Quirites) nannte. DieserSe 'nen Plänen alles aufopfernde Mann, sobald er gesiegt, war die Güte selbst,
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