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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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Brust eines drei- und viermal gekrönten olympischen Siegers, keine Brusteines spartanischen Kriegers, von Helden geboren, muß sich so prächtig underhöhet gezeiget haben.

Präget diejenigen, die das Schönste in der Natur der Sterblichen kennen, obsie eine Seite gesehen haben, die mit der linken Seite zu vergleichen ist? DieWirkung und Gegenwirkung ihrer Muskeln ist mit einem weislichen Maße vonabwechselnder Regung und schneller Kraft wunderwürdig abgewogen, undder Leib mußte durch dieselbe zu allem, was er vollbringen wollte, tüchtiggemacht werden. So wie in einer anhebenden Bewegung des Meeres die zuvorstille Fläche in einer nebligen Unruhe mit spielenden Wellen anwächst, woeine von der andern verschlungen und aus derselben wiederum hervorgewälzetwird: ebenso sanft und auf geschwellet und schwebend gezogen fließet hier eineMuskel in die andere, und eine dritte, die sich zwischen ihnen erhebet, und ihreBewegung zu verstärken scheinet, verliert sich in jene, und unser Blick wirdgleichsam mit verschlungen.

Hier möchte ich stillestehen, um unseren Betrachtungen Raum zu geben,der Vorstellung ein immerwährendes Bild von dieser Seite einzudrücken;a Hein die hohen Schönheiten sind hier in einer unzertrennlichen Mitteilung.Was für ein Begriff erwächst zugleich hierher aus den Hüften, deren Feistig-keit andeuten kann, daß der Held niemals gewanket und nie sich beugenFüssen!

In diesem Augenblick durchfährt mein Geist die entlegensten Gegenden derWelt, durch welche Herkules gezogen ist, und ich werde bis an die Grenzenseiner Mühseligkeiten und bis an die Denkmale und Säulen, wo sein Fußruhte, geführt durch den Anblick der Schenkel von unerschöpflicher KraftUnd von einer den Gottheiten eigenen Länge, die den Held durch hundertLänder und Völker bis zur Unsterblichkeit getragen haben. Ich fing an, dieseentfernteren Züge zu überdenken, da mein Geist zurückgerufen wird durcheinen Blick auf seinen Rücken. Ich wurde entzückt, da ich diesen Körper vonhinten ansähe, so wie ein Mensch, der, nach Bewunderung des prächtigenPortals an einem Tempel, auf die Höhe desselben geführt würde, wo ihn dasGewölbe desselben, welches er nicht übersehen kann, von neuem in Erstaunensetzt.

'eh sehe hier den vornehmsten Bau der Gebeine dieses Leibes, den Ursprungder Muskeln und den Grund ihrer Lage und Bewegung, und dieses alles zeigtsich wie eine von der Höhe der Berge entdeckte Landschaft, über welche dieNatur den mannigfaltigen Reichtum ihrer Schönheiten ausgegossen. So wiedie luftigen Höhen derselben sich mit einem sanften Abhänge in gesenkte*aler verlieren, die sich hier schmälern und dort erweitern: so mannigfaltig,Prächtig und schön erheben sich die schwellenden Hügel von Muskeln, umWelche sich oft unmerkliche Tiefen, gleich dem Strome des Mäanders, krüm-men, die weniger dem Gesichte als dem Gefühle offenbar werden.Scheint es unbegreiflich außer dem Haupt in einem anderen Teile des Körperse )ne denkende Kraft zu zeigen, so lernt hier, wie die Hand eines schöpfe-Is chen Meisters die Materie geistig zu machen vermögend ist. Mich deuchte,s bilde mir der Rücken, welcher durch hohe Betrachtung gekrümmt scheint,

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