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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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wenngleich ernste Lieblichkeit ihrer Grabanlagen, ihrer reichen, der Archi-tektur geschickt verbundenen Bilderzier und des lebensvollen Farbenschmucks,in dem wie noch einzelne Reliefs, so die Buchstaben der Inschriften prangen,einstimmig hervor. Angelegt in der herrlichsten Naturumgebung, auf Fels-gipfeln, die der erste Sonnenstrahl begrüßt, der letzte noch beleuchtet,*n einer Höhe, die oft die prächtigsten Fernsichten eröffnet, vielfältig unterdie Wohnungen der Lebenden gemischt und diesen in dem einfachen Holz-bau der alten Zeit, wie er waldreichen Gebirgsgegenden eigen ist, nachgebildet,nicht selten in unmittelbarer Nähe der Theater, Odeen, Stadien, wo das Volkgleichsam im Verein mit seinen Vorfahren fröhlicher Feststimmung sich über-läßt, verkünden diese großartigen Gräberstädte den freundlichen, ruhig-klarenGeist des Gottes, welcher in Lykien die toten Monate des Jahres durch seineGegenwart verherrlicht. Nicht anders die Kunstdarstellungen. Nirgends fin-den wir die düstern Bilder unterweltlicher Schrecken, welche den etruskischenGrabdenkmälern ein so finsteres Gepräge leihen. Lykien zeigt neben viel-fältigem Blumenschmuck, in dem die Flora des Landes zu erkennen ist, nebenVogeldarstellungen und Tierornamenten sehr häufig trauliche häusliche Sze-nen, in welchen nicht weniger als in den inschriftlichen Grabbestimmungengefühlvoller Sinn für Familienleben und Verstorbene sich ausspricht, Müttermit ihren Kindern, Porträtfiguren, Festaufzüge, Tänze und Gelage, oft mitbeigeschriebenem Namen. Mit diesen Bildern wechseln Kampfübungen vollLebensfrische und Energie. Die Lieblingsspiele einer ritterlichen Jugend, dieW Apollo das Vorbild jeglicher gymnischen Ausbildung des Epheben verehrt.(Joh. Jak. Bachofen, Das Lykische Volk, 1862.)

DIE TOTENFEIER.

Die Totenfeier dauerte in der letzten Hälfte des Februar mehrere Tage hin-durch, und von dieser Feier führte der Monat Februar selbst seinen Namen;denn Februa hießen bei den Alten die heiligen Gebräuche, wodurch man dieSeelen der Abgeschiedenen gleichsam zu versöhnen oder dem umherirrendenSchatten Ruhe zu verschaffen suchte.

Man suchte durch Opfer und Versöhnungsmittel auch die leeren Schreck-bilder zu verscheuchen, welche die Phantasie den Sterblichen im Schlaf undim Wachen zum öftern vormalt, wenn sie sich der Verstorbenen erinnern, mitdenen sie lebten, sprachen und umgingen, und die nun ganz dahingeschwun-den sind; zugleich wollte man auch die Beleidigungen gern wieder aussöhnen,w elche man den Abgeschiedenen im Leben vielleicht möchte zugefügt haben,und die man ihnen nun auf keine Weise wieder vergüten konnte.

utschulden, die auf dem Staate hafteten, Verbrechen von allerlei Art, wel-z e die rächende Strafe der Götter nach sich ziehen, suchte man um diese

lt durch Opfer, die man auf den Gräbern der Toten darbrachte, zu tilgen,Un d auf die Weise den Lauf der Dinge und die unaufhaltsame Zeit gleichsamwieder in ihr ordentliches Gleis zu bringen.

m d'ese Zeit vermied man aber auch Ehebündnisse zu schließen, Hochzeitenzu ' e iern, und gleichsam Zurüstungen zum Leben zu machen, die man gern

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