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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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im Kriege Umgekommenen, wurde jährlich wiederholt. Nie versäumte derStaat das Sühnopfer, welches die Hellenen jährlich am Grabe ihrer Toten zubringen pflegten, für die öffentlich Begrabenen öffentlich zu verrichten undstiftete außerdem gymnastische und musikalische Kampfspiele zu ihrer Ehre.Leichensteine verkündigten durch Inschriften den Ort, wo die Heldenscharengefallen waren, den Namen und die Herkunft einzelner berühmter Bürger,und Pausanias fand hier noch die Denkmale der größten Athener, welche fürVaterland und Freiheit gestorben waren, den Staat gerettet, die Verfassungverbessert, die Demokratie bestätigt und Tyrannen ermordet hatten.Hier, sagt Pausanias, waren zuerst diejenigen begraben, welche einst inThrake von den Edonern überrascht und getötet wurden. Hier war das Grab-mal der Athener, welche noch vor dem Zug des Meders wider die Äginetenkriegten. Aber erst später fügten die Athener die epitaphische Lobrede zudiesem Gebrauch. Mögen sie nun, wie Dionysius zweifelt, von denen, die zuArtemisium, bei Salamis und in Platää für das Vaterland starben, den An-fang gemacht haben, oder von den marathonischen Taten, oder mag Solonder Stifter'auch dieser Einrichtung und der Urheber der hellenischen Epi-taphien sein, wie Anaximenes der Rhetor behauptet: gewiß ist es, daß dieseSitte, welche also mit dem Ursprung der attischen Größe ungefähr gleich-zeitig ist, unter die eigensten Eigentümlichkeiten des attischen Volks ge-hört. --------

Die attischen Epitaphien, die römischen Triumphe und die spartanischen Chöreder Greise, Männer und Jünglinge hatten im ganzen einen und denselbenSinn: ein kriegerisches Volk an seine eigne Tapferkeit zu erinnern und sie durchdie Erinnerung selbst zu verdoppeln. Ein großes Triumvirat von klassischenHelden Völkern! Es ist lehrreich, wie sich in den Verschiedenheiten dieser ähn-lichen Feste die eigenste Eigentümlichkeit der drei größten Völker des Alter-tums spiegelt, welche Völker immer vollendete Meister in der Kunst, fürsVaterland zu sterben, bleiben werden und hierin von den Neuern vielleicht

erreicht, aber gewiß nie übertroffen werden können.------Wo es solche Feste

gibt, da ist es kein Wunder, wenn sich nicht bloß zahllose einzelne Heldenfür den Staat dem Tode weihen, sondern wenn auch ganze Scharen begeisterterBürger nicht in trunkener Wut, sondern in nüchterner Besonnenheit, mitfröhlicher Eile dahin gehen, von wo sie wissen, daß sie nicht zurückkehrenwerden! (Fr. Schlegel, Prosaische Jugendschriften, 17941802.)

LYRISCHE GRÄBERSTÄTTEN.

Im Geiste der apollinischen Orphik, die den Threnos über den Untergangstets der Freude über die Erfüllung der höhern Hoffnung unterordnet, suchtdie Kunst in Lykien durch die Schönheit ihrer Schöpfungen von dem Todes-gedanken und den Todesstätten alle düstern Betrachtungen zu entfernen unddem Geiste eine Richtung zu geben, die hinauf zum Lichte, nicht hinab in dasDunkel des Hades führt. Der finstern schmucklosen Größe etruskischer Nekro-polen gegenüber heben alle Besucher der lykischen Erde die ansprechende,

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