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1 (1925) Das Bild der Antike bei den Deutschen
Entstehung
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Opfer, Gebete, Gesänge und Wettkämpfe in mancherlei Künsten geehrt hatte.Das Volk drängte sich um die Schranken, die Kampfrichter nehmen ihre Sitzeein, jeder hat die Blicke auf den Kampfplatz gerichtet, da tritt ein römischerHerold hervor, und nachdem er mit der Trompete Stillschweigen geboten,redet er also zu der Versammlung:Der Senat, das römische Volk, und derFeldherr Titus Quinctius, die den König Philipp und die Mazedonier über-wunden, erklären für frei, unabhängig und nur den eigenen Gesetzen gehor-sam die Korinther, Phoker, sämtliche Lokrer und die Insel Euboia, ingleichendie Magneten, Thessaler, die Perrhaiber und die Achäer von Phthiotis." Allediese Staaten hatten unter dem Drucke der Mazedonier geseufzt; durch Waffen-gewalt waren sie den Überwindern zinsbar geworden; sie alle wurden durchdiese Verkündigung der Freiheit wiedergegeben. So groß auch die Erwartungvon der Römer Großmut gewesen, diese Erklärung schien unglaublich dem»reudetrunkenen Volke. Erst als der Herold durch lauten Zuruf aufgefordertzum zweiten Male die frohe Botschaft verkündete, erst dann wagten sie es, sichganz dem Gefühle der Freude zu überlassen. Ein lautes Jubelgeschrei erfülltedie Lüfte, und alle erhoben sich von ihren Sitzen und priesen laut Titus Quin-ctius Flaminius, den großmütigen Retter von Hellas. Des Festes wurde nichtmel# gedacht; aller Blicke waren auf den römischen Feldherrn gerichtet; umhn drängte sich das Volk und umfing ihn mit Kränzen und mit Bändern.Männer faßten seine Hände, den Saum seines Kleides, Mütter hoben die Säug-linge auf ihren Armen empor, damit sie schauten den edlen Fremdling, derwem Vaterlande Freiheit gebracht habe. Nur mit Mühe entzog sich Flami-n ius ihren stürmischen Huldigungen; das Dunkel der Nacht hemmt nicht die»rohe Begeisterung, und erst der kommende Morgen trennte die festliche Ver-sammlung. Aber die Zurückkehrenden trugen den Ruhm der Römer in dieStädte und Länder, und Quinctius' Name war groß in allen Gauen von Hellas.(Franz Doroth. Gerlach, Historische Studien, 1841.)

TROJA UND SEIN HERRSCHERGESCHLECHT.

Auf dem sanfteren Abhänge der Höhe lag Troja; darüber war die steileFelsburg Pergamos, von deren 472 Fuß hohem Gipfel man einerseits in dieTalgründe des Skamandros hineinblickt, wo die Dardaner als Hirten gelebthatten, andererseits die nach der See zu sich erweiternde Ebene mit ihrenDoppelflüssen Skamandros und Simois überschaut. Rechts sieht man denellespont mit mächtigen Wellen in das ägäische Meer hineinbrausen, dasan zur Linken bis nach Tenedos hin überblickt. Geradeaus sieht man überRücken von Imbros das stolze Haupt von Samothrake aufsteigen, dier e des Poseidon, dervom hochragenden Gipfel der waldigen thrakischenamos die Abhänge des Ida mit der Feste des Priamos überblickte und den blu-ten Fehden zuschaute". Großartiger war kein Herrschersitz der alten Weltgelegen als die troische Burg, tief im Winkel der Ebene, von steilen Feis-angen umgürtet, wie in einem sicheren Verstecke, und doch frei umblickendU Weit gebietend. Hinter sich hatte sie das triftenreiche Hochland, unter3*

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