338 II- Kap., 2. Abschn. Finanzquellen und Kassenverwaltung.
Jahren eine größere Sorgfalt verwendet, eine Anzahl etatsmäßigerÄrzte angestellt und ein besonderer Kriegskommissar mit der Be-reithaltung der Feldlazarette und Apotheken beauftragt. UnterFriedrich "Wilhelm waren die Ausgaben dafür freilich noch sehrunbestimmt und dem jeweiligen Bedürfnis angepaßt, und erst unterdem Generalkommissariat Danckelmans führte die Generalkriegs-kasse dafür einen regelmäßigen Posten von 3—15000 Talern 1 ,Die Kosten, welche der Kommissariatsverwaltung durch dieFestungen, das Magazin-, Zeughaus und Lazarettwesen noch er-wuchsen, beliefen sich in den Friedensjahren auf 87—168 000 Talerund stiegen in den Kriegsjahren auf das Doppelte dieser Summe.
Auch mit Einschluß dieser Posten erscheinen freilich die ge-samten Kosten für die Größe des Heeres und die Zahl derFestungen noch immer niedrig genug und sie konnten ihren Zweckauch nur erfüllen, weil im Frieden wie im Kriege die Quartier-wirte noch immer mehr leisten mußten, als die Verpfiegungs-ordonnanzen vorschrieben und außerdem der Soldat, besonders-wenn er verheiratet war, im Frieden noch immer einen zivilenNebenverdienst suchte.
Die Kosten für die Flotte und Marinetruppen haben wir beider Betrachtung der Marinekassen schon zum Teil erörtert. Bevordiese gegründet wurden, leistete die Generalkriegskasse die Aus-gaben für die zunächst im Jahre 1675 gemieteten, dann von Raul6gekauften Schiffe und deren Besatzungen in der Höhe von625 000 Talern 8 . Für die junge Kriegsverwaltung bedeutete dieseSumme schon eine bedeutende Anstrengung, und es war nicht dieSchuld des Großen Kurfürsten, sondern der wirtschaftlichenund politischen Lage seines Staates, wenn nach so tatkräftigenAnfängen die Entwicklung der preußischen Marine niederging.
bürg, Das Invaliden- und Versorgungswesen im brandenburgisch-preußischenHeere (Berlin 1889), 16—27. — Messerschmidt, Verwaltungen des Militär-haushaltes, 2»—27. — Schrötter, a. a. 0. 106.
1 Gen.-Kr.-Kassenrech., siehe Akten No. 80 b. — Über die „Hospitalien fürKranke und Verwundete" beim ungarischen Hilfskorps, siehe Arch. des Gr. Gen.XVII, 1. — Messerschmidt, a. a. 0. 24.
» Genau 625 121 Tl. 22 Gr. 3 Pfg. von 1675—1688. Außerdem wurden von1682—84 den Marinemiliztruppen in Grietsiel noch 32 912 Tl. 10 Gr. 4 Pfg. auader Generalkasse gezahlt, siehe Akten No. 80b. Vgl. auch Schuck, Kolonial-politik I, 85 ff.