Druckschrift 
2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
Seite
339
Einzelbild herunterladen
 

Die Ausgaben für das Heer und für die Marine. 337

ihnen konzentrierte Proviant- und Munitionswesen schon bedeutendeAnforderungen an die Militärverwaltung. Friedrich Wilhelm hattevon Beginn seiner Regierung an mit dem größten Nachdruck an<ier Ausgestaltung der Landesbefestigung gearbeitet, er hatte nurwenige taugliche Festungen und auch diese zum größten Teile inden Händen von Feinden oder gar von Freunden vorgefunden, dienoch weniger als jene zur Herausgabe gewillt waren. Bei seinemTode aber schirmte von Wesel bis Memel eine fortlaufende Reihestarker Festungen und Zitadellen seine Länder und überall er-hoben sich innerhalb ihrer Mauern wohlgefüllte Magazine, Zeug-häuser und selbst eine bedeutendere Munitionsfabrik, wie der HoheOfen zu Feitz, aus denen das Heer mit Proviant, Waffen, Munitionund zum Teil auch schon mit Kleidung versehen wurde, und ausderen Kornvorräten, wie wir sahen, in Notjahren auch das Landunterstützt werden konnte. Auch eine Kriegsschule zur Ausbildungjunger adliger Offiziere war schon 1653 im Schutze des festenColberg errichtet worden und wurde aus der Pomnierschen Kriegs-kasse und später aus der Generalkasse unterhalten. Ja die erstenAnfänge einer Invalidenversorgung waren unter Friedrich Wilhelmmit den Festungsgarnisonen verbunden worden. Schon seit demschwedisch-polnischen Kriege hatte er das in den Kapitulationen<ler Obersten enthaltene Versprechen wahr gemacht und soweit esihm die kargen Mittel erlaubten, für die Verwundeten gesorgt undden Invaliden- und Soldaten-Witwen einmalige Geschenke oderGnadengehälter reichen lassen. Seit 1075 wurde dann zu Spandauzunächst eine halbe Blessiertenkompagnie von 59 Mann mitl 1 /* Taler nebst Bier und Brot für den Gemeinen verpflegt. ImJahre 1681 wurde sie auf eine ganze Kompagnie von 1(38 Mannerhöht, zugleich in Johannesburg eine weitere halbe Kompagnievon Invaliden und in Berlin aus den Ausrangierten der Leibgardeeine Kompagniealter Trabanten" gebildet, welche einen Monats-etat von 2(J4 Talern 2 Groschen erhielt. Unter Friedrich III. kamendazu noch zwei Blessiertenkonipagnien in Cüstrin und Landsbergund eine Anzahl besonderer Pensionen an invalide Offiziere undSoldaten 1 . Auch auf das Lazarettwesen wurde seit den achtziger

1 Außer in den Kriegskassen- und Generalkriegskassenrechnungen findensich Nachrichten darüber im Geh. St. R. 63, 10 g 2, Vol. II; Gen.-Dep. des Gen.-Dir. LXVIII, 2 u. Kr. Min. Geh. Kr.-Kanzl. 49 vgl. auch E. Schnacken-

Urk. u. Aktoiist. z. Gösch, d. Kurf. Friedr. Wilh. I, 2. 22