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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
Entstehung
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200 I- Kap., 2. Abschn. Die gesamtstaatliche Militär- n. Steuerverwaltung.

zentralisierende Arbeit des Generalkommissariates darstellte: dereinflußreichste kurfürstliche Beamte der Grafschaft war zugleichLeiter der Militärverwaltung und Mitglied der obersten Steuer-behörde, und damit war das Übergewicht der fürstlichen Ver-waltung gesichert.

6. Im Herzogtum Cleve und der Grafschaft Mark.

In Cleve-Mark, dem Lande des kräftigsten und widerstands-fähigsten Ständetunis, gelangte auch das Provinzkommissariat zurausgeprägtesten Bildung. Gerade die Selbständigkeit der Ständeführte hier vielfach zu einer scharfen Sonderuug ihrer und derfürstlichen Verwaltung, durch welche beide Teile zu einer erhöhtenAnspannung getrieben wurden; die ausgebildetere Verwaltungs-kunst des Westens mochte dann das weitere dazu beitragen, inder fürstlichen Behörde die den Idealen der Zeit entsprechendekollegialische Gestaltung früh zu fördern. Da diese clevisch-märkischen Verhältnisse in der Geschichtsforschung bisher am be-kanntesten geworden sind und jetzt auch in denUrkunden undAktenstücken zur Geschichte der inneren Politik Friedrich Wilhelms"selbst ihre ausführliche und aktenmäßige Darstellung gefundenhaben \ so können wir uns hier mit einer kurzen Skizze begnügen,um den Gesamtüberblick über die Ausbildung der Provinzial-konnnissarlate durch das Generalkomniissariat zu vervollständigen.

Der Schwerpunkt der Politik des Großen Kurfürsten lag inden ersten anderthalb Jahrzehnten seiner Regierung im Westenund drehte sich um die jülich-clevische Erbfolgefrage. Hierhinrichteten sich seine ersten kriegerischen Vorstöße, und es warnatürlich, daß hier, wo schon am Anfang des Jahrhunderts bei derAufrollung der gleichen Frage die ersten brandenburgischen Kriegs-kommissare ernannt worden waren 3 , auch unter Friedrich Wilhelmdas erste Kriegskommissariat entstand. Schon Johann von Norprathwird bei den Werbungen von 1644 alsgevollmächtigter Kom-missar" bezeichnet 8 , aber der eigentliche Begründer des clevischenKommissariats wurde der frühere Hessische Rat und Kriegskammer-

1 Otto Hötzsch, Stände und Verwaltung von Cleve-Mark (Leipzig 1908). Vgl. auch Isaacsohn, lieamtentum II, 178ff. Breysig, Die Kommis-sariate, 14811'.

' Vgl. oben S. 17, Note 2.

8 Jany, Die Anfänge der alten Armee, 94. Prot. u. Rel. 1 u. II passim.