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2 (1915) Die Zentralverwaltung des Heeres und der Steuern
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Im Herzogtum Cleve und der Grafschaft Mark. 201

direkter Johann Paul Ludwig. 1647 wurde er Kommissar in Cleve,Mark und Ravensberg mit ausgedehnten Befugnissen in Militär-,Steuer- und Kammersachen, 1651 wurde er Kriegskommissarfür das in den westlichen Ländern aufgestellte Heer ' und erhieltdamit auch die Leitung der gleichen Geschäfte in dem inzwischenerworhenen Minden; er führte seitdem den Titel eines Ober-kommissars, und das Kriegsjahr 1655 brachte ihm zwar nicht aus-drücklich das Amt, aber doch Namen und Stellung eines General-kommissars der westlichen Länder 2 . Da er 1658, nachdem ersiehgegen Waldeck und seinen Rivalen, den ihm aufgedrungenen Kom-missar Beckmann behauptet hatte 8 , auch die Direktion des' ge-samten Steuerwesens in den vier Landen und die der Kammer-sachen in Minden und Ravensherg 4 erhielt, so war seine Stellungwährend des Krieges von der gleichen Selbständigkeit den Regie-rungen und Ständen gegenüber wie die Wallenrodts in Preußen.Um freilich nur einen Teil der errungenen Vorteile aufrecht zuerhalten, bedurfte es nach dem Frieden auch in Cleve des ganzenEinsatzes der persönlichen Macht des Kurfürsten und des General-kommissars Platen, der mit dem Kurfürsten in Cleve selbst denKampf um die neue Organisation führte und auch die westlicheMilitärverwaltung fester an die Berliner Zentrale band 5 . Ludwigwurde in allen seinen Funktionen durch eine neue Bestallung alsHofrat und Oberkommissar mit Rang und Votum unmittelbar nachden Räten der Regierung bestätigt 6 . Aber sein nominelles General-kommissariat mußte natürlich vor der stärkeren Zentralisierungverschwinden. Nach seinem Tode 15. April 1665 wurde sein

1 Best, zum Kommissar, Cleve, 1. Sept. 1647, Protektorium für ihn, Cleve,1. Sept. 1649. Geh. St. B. 34, 17 und Isaacsohn, II, 144; Best, zum Kriegs-kommissar, Cleve, 28. Juni 1661. Urk. u. Akt. VI, 96.

2 Wir geben diese Daten etwas genauer, weil die Darstellung von Hötzscherst mit dem Jahre 1666 beginnt. Eine Bestallung Ludwigs als Oberkommissarist nicht erhalten, seit dem März 1653 ist dieser Titel jedoch stehend für ihn.Vgl. die Akten in B. 34, 100 b. Als Generalkommissar wird er bezeichnet ineinem Schreiben Wittgensteins an den Kurfürsten, Sparenherg, 13./23. Sept. 1655.R. 24 FF. fasc. 1; auch in den alten Bepertorien B,. 34, 100 h und 114.

* Ludwig schreibt am 2. Sept. 1658, daß Beckmann sich zu Unrecht Ober-kommissar nenne. Er sei durch Sparr und andere hohe Offiziere gedrängtworden, ihn zum Kommissar vorzuschlagen. B. 34, 17.

* Kurf. an Ludwig, Colin, 4./14. Sept. 1658. R. 34, 17.

* Hötzsch, 147.

6 Cleve, 1. Mai 1661, Isaacsohn, Beamtentum II, 175.